Volume 1 - XF Citizen Lab

XF citizen lab. VOL. 1

Am 5. März fand unser erstes XF citizen lab im Club Voltaire statt: Zwölf Teilnehmer*innen waren der Einladung gefolgt und ließen sich damit auf unser kleines Experiment ein, Bürgerbeteiligung neu zu denken.

Anni Schlumberger, die Moderatorin des Abends, leitete das XF citizen lab mit einem kurzen Impuls ein: Was ist Bürgerbeteiligung überhaupt? Warum ist Partizipation so wichtig? Und warum sollten wir uns gerade jetzt Gedanken zu neuen Formen der Partizipation machen? Welche technische und soziale Entwicklungen stehen uns bevor und warum müssen auch Partizipationsformate darauf angepasst werden?

Für alle, die das erste XF citizen lab verpasst haben, werden wir hier in Kürze ein paar Antworten auf diese Fragen zusammenfassen und bereitstellen. Schauen Sie gerne rein!

WAS ERWARTEN WIR VON DER BÜRGERBETEILIGUNG DER ZUKUNFT?

Zunächst war es wichtig, einen Erwartungshorizont an Bürgerbeteiligung zu formulieren – und zwar direkt mit denen, die es wirklich betrifft. Gemeinsam mit den Teilnehmer*innen unterhielten wir uns über bisherige Erfahrungen mit Bürgerbeteiligung: Was war gut gelaufen? Was nicht? Warum haben Sie sich beteiligt? Oder was hat Sie abgehalten?

Angeleitet von Anni Schlumberger leiteten die Teilnehmer*innen im Anschluss auf Basis dieser sowohl positiven als auch negativen Erfahrungen einzelne  Anforderungen ab, welche Bürgerbeteiligung ihrer Meinung nach erfüllen sollte. Wichtig war uns an dieser Stelle, dass diese Anforderungen sich nicht an wissenschaftlicher Literatur oder dem "common sense" orientierten: Vielmehr sollten die subjektiven Einzelerfahrungen der Teilnehmer*innen als Ausgangspunkt dienen.

SCHRITT EINS: EIGENE ERFAHRUNGEN MIT BÜRGERBETEILIGUNG

NEGATIVE ERFAHRUNGEN

  • Während Veranstaltungen:
    Nicht genug Zeit für Bürger*innen, um sich zu äußern
  • Im Moment zwar relativ viele Beteiligungen, aber die Relevanz der Ergebnisse ist sehr fragwürdig
  • Arbeit in Grassroot-Gruppierungen = Ermüdend und frustrierend da keine gefühlte Wirksamkeit
  • Gefühl der Machtlosigkeit
  • Man wird nicht ernstgenommen
  • „Wo ist mein Beitrag geblieben?“ (Umgang mit Ergebnissen)
  • Schlechte Referent*innen, Technik, Akustik
  • Zu wenig Werbung: Bürger*innen wissen gar nicht, dass etwas stattfindet
  • Zu wenig Aufklärung bzgl. Parteien (v. A. für junge Menschen)
  • Keine Aufklärung bzgl. eigenen Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen
  • Arbeit in Gremien oft zu kleingeistig
  • Flut von Online-Petitionen: simuliert Beteiligung, aber man bekommt gar nicht mit was damit passiert

POSITIVE ERFAHRUNGEN

  • Transparenz bzgl. der Ergebnisse
  • Gefühl der Einflussnahme

SCHRITT ZWEI: ANFORDERUNGEN AN BÜRGERBETEILIGUNG

(abgeleitet aus den gesammelten Stärken & Schwächen)

  • Ausreichend Zeit, um Fragestellungen zu bearbeiten
  • Unterstützung durch politische Entscheidungsträger*innen
  • Wirksamkeit & Relevanz der Ergebnisse
  • Transparenz & Offenheit
  • Transparenz bzgl. des Umgangs mit den Ergebnissen
  • Professionalität der Referent*innen
  • Begleitung durch wirksame Öffentlichkeitsarbeit
  • Klarheit über Teilnehmer*innenzahl &Zielgruppe
  • Stärkung des politischen Bewusstseins
  • Klarheit über Rahmen/ Grenzen/ Ziele des Prozesses
  • Passendes Verfahren

DISKUSSION: WIE KÖNNEN WIR DIESEN ANFORDERUNGEN IN ZUKUNFT GERECHT WERDEN?

Nach einem kurzen Input von Seiten unseres Teams über mögliche künftige Formate und Entwicklungsszenarien der Bürgerbeteiligung, waren erneut die Teilnehmer*innen gefragt: In Gruppen und angeleitet durch unsere Mitarbeiter*innen wurden gemeinsam erste Ideen, Gedanken und Fragen für die Bürgerbeteiligung der Zukunft gesammelt und diskutiert:

Wie können soziale Medien in Partizipationsprozesse eingebunden werden? Wären beispielsweise Bürgerbeteiligungsprozesse über Instagram oder Whatsapp grundsätzlich denkbar? Und wenn ja, wie müssten solche Prozesse aussehen?

Müssen vielleicht zukünftig die Grundlagen der repräsentativen Demokratie neu gedacht werden? Wäre es möglich, Themen zu wählen statt wie bisher Repräsentant*innen (hier wurde ein solcher Prozess bereits erprobt)? Und was bedeutet das für unsere Demokratie? Wie müssen solche Wahlprozesse durchgeführt werden? Und wie kann die Datensicherheit gewährleistet werden?

Und wie können wir es außerdem schaffen, dass Partizipation in Zukunft inklusiver wird? Was brauchen Bürger*innen, um sich zu beteiligen? Was hält sie von Beteiligung ab? Wie können wir technische Neuerungen nutzen, um Bürger*innen Beteiligung zu ermöglichen?

 

AUSBLICK:

Die genannten Punkte sind nur einige der in den Kleingruppen diskutierten Ideen und Fragestellungen. Zum nächsten XF citizen lab werden wir diese Ideen so aufarbeiten, dass wir darauf aufbauend gemeinsam konkrete Formate oder Methoden entwickeln können. Wir freuen uns darauf!

Aktuelles

VOLUME 1 - RÜCKBLICK

In unserer ersten Veranstaltung am 5. März klärten wir gemeinsam, was Partizipation überhaupt für uns bedeutet, welche Ziele damit verfolgt werden sollten und durch welche Kriterien sich gute Partizipationsprozesse auszeichnen. Auf Basis dieser grundlegenden Überlegungen, entwickelten und diskutierten wir dann gemeinsam erste Ideen zu konkreten Methoden der Partizipation der Zukunft.

Sie haben unsere Auftaktveranstaltung verpasst? Hier haben wir die erste Ausgabe unseres XF citizen lab für Sie zusammengefasst. Schauen Sie doch mal rein!


Home-Office statt Workshops

Leider schränkt die momentane Corona-Krise auch unsere Vorhaben in Sachen Bürgerbeteiligung vorerst ein: Veranstaltungen wie Workshops oder Bürgerversammlungen sind momentan nicht möglich. Wir sind aber derweil natürlich nicht untätig und überlegen uns im Homeoffice neue Möglichkeiten und Wege, wie wir auch ohne Präsenzveranstaltungen das XF citizen lab weiterführen können. Bleiben Sie gespannt!

 

Bei Fragen oder Anregungen, sind wir natürlich auch weiterhin für Sie per Mail erreichbar!


Erstes XF citizen lab am 5. März im Club Voltaire

Sie sind neugierig geworden? Und Sie haben Lust gemeinsam mit uns neue Ideen zu erarbeiten?

Dann kommen Sie doch zur Auftaktveranstaltung des XF citizen lab am 5. März im Club Voltaire, Haaggasse 26b, 72070 Tübingen.


IMPRESSIONEN