Informationsveranstaltung zum Baugebiet

Wann? 19.06.17, 18:00

Wo? Uditorium, Uhingen

Zu einer Informationsveranstaltung mit Podiumsdiskussion lädt die Stadt Uhingen am Montag, 19.06.17 ab 18:00 in das Uditorium ein. Ziel ist es, noch einmal öffentlich über Art und Stand der Planungen zu informieren. Darüber hinaus sollen noch einmal die Argumente für und gegen das Baugebiet ausgetauscht und Gelegenheit zu Fragen geboten werden.

Im Vorfeld wurde von Seiten der Stadt ein Infobrief an alle Haushalte versendet, den wir noch einmal für alle zum Nachlesen zur Verfügung stellen möchten.

Nach der Veranstaltung werden wir an dieser Stelle ausführlich über die ausgetauschten Argumenten sowie Fragen und Antworten berichten.

Fragen aus der Fragebox - die Antworten sind da!

Viele Uhingerinnen und Uhinger haben im Rahmen der Bürgerinformation am 19.06.17 die Fragebox genutzt, um ihre Fragen an Bürgermeister Wittlinger und die Stadtverwaltung zu stellen. Jetzt sind die Antworten da. Klicken Sie hier, um auf Fragen und Antworten zuzugreifen!

Lebhafte Diskussion um den Weilenberger Hof III

Ein Bericht über die Informationsveranstaltung zum geplanten Baugebiet am 19.06.2017

Die Auseinandersetzung um das geplante Baugebiet Weilenberger Hof III wurde zwischen Befürwortern und Gegnern im Verlauf der letzten Wochen intensiv und emotional geführt. Nach dem Scheitern des Bürgerbegehrens und dem Verzicht des Gemeinderats auf die Durchführung eines Bürgerentscheids waren die Bürgerinnen und Bürger Uhingens am Montag, 19. Juni 2017 zu einer Informationsveranstaltung samt Podiumsdiskussion eingeladen, um sich umfassend zum geplanten Projekt zu informieren, kritische Nachfragen zu stellen, sich in einer sachlichen Form die Argumente der Verantwortlichen von Stadt und Bürgerinitiative anzuhören und sich selbst eine Meinung zu bilden.

Trotz des traumhaften Sommerwetters fanden schließlich um die 170 Uhingerinnen und Uhinger den Weg in den Großen Saal des Uditoriums. Sie erlebten einen spannenden und ergiebigen Abend, gespickt mit klugen Fragen, aufschlussreichen Ausführungen, emotionalen Appellen und kontroversen Diskussionen um den Weilenberger Hof III.

Einleitend richtete Bürgermeister Matthias Wittlinger das Wort an die versammelte Zuhörerschaft. Er betonte, wie wichtig es sei, Projekte wie den Weilenberger Hof III im Vorfeld intensiv zu durchdenken. Aus diesem Grund lobte er auch die bisherige kontroverse Form der Bürgerbeteiligung. Er wies desgleichen darauf hin, dass dieser Abend dazu dienen solle, Missverständnisse zum geplanten Neubaugebiet auszuräumen.

Im Folgenden begann Moderatorin Anni Schlumberger durch den Abend zu führen. Einleitend unterstrich sie die Komplexität der Fragen zum Weilenberger Hof III und merkte an, dass es keine Schwarz-Weiß-Entscheidung sei, sondern viele Argumente für und gegen das Neubaugebiet sprechen würden. Trotz alledem, so fügte sie lobend hinzu, sei die bisherige Auseinandersetzung in dieser Frage ein Beweis dafür, wie wichtig den Uhingerinnen und Uhingern ihre Stadt sei.

Anschließend stellte Sie den Anwesenden den geplanten Ablauf der Veranstaltung vor und gab das Wort dann an Manfred Mezger weiter. Der vertrat das Planungsbüro mquadrat, das für den Entwurf des Projekts Weilenberger Hof III verantwortlich zeichnet. Er stellte mit Hilfe einer umfassenden 3D-Projektion den bisherigen Stand der Planung vor und ging intensiv auf die städtebaulichen Innovationen des Neubaugebiets ein.

Danach bekamen die Vertreter der Bürgerinitiative „Rettet Charlottensee" die Gelegenheit, ihre Sicht der Dinge darzulegen. Ulrike Höflinger und Konrad Bauerle kritisierten die Planungen zum Weilenberger Hof III in mehrfacher Hinsicht. So sei das Projekt aus ökologischer Perspektive nicht zeitgemäß, gefährde bzw. vernichte Tier- und Pflanzenbestände, habe schädlichen Einfluss auf das Grundwasser sowie auf die Kaltluftzufuhr und sorge somit in Zeiten der globalen Erderwärmung für eine nicht tragbare Veränderung des Ökosystems im Raum Uhingen. Gleichwohl sei das Neubaugebiet auch aus sozioökonomischer Sicht nicht sinnvoll, da damit kein sozialer Wohnungsbau verbunden sei. Schließlich wiesen sie auch auf den Umgang der Verantwortlichen innerhalb der Stadt mit der Bürgerinitiative hin, der ihrer Auffassung nach den üblichen demokratischen Gepflogenheiten nicht entsprechen würde.

Danach bekam Bürgermeister Wittlinger die Gelegenheit zu einer Gegendarstellung. Er setze die Diskussionen zum Weilenberger Hof III in den Kontext einer Grundsatzdiskussion: Möchte Uhingen in Zukunft neues Bauland oder nicht? Er verwies auf die negative demographische Entwicklung innerhalb der Einwohnerschaft, welche den Zuzug junger Familien unbedingt erforderlich mache. Auch sei das Baugebiet ein finanzieller Gewinn für die Stadt; nur mit Hilfe des Erlöses der Grundstücke auf dem Weilenberger Hof III in Höhe von 10 bis 15 Millionen Euro sei der Erhalt der kommunalen Infrastruktur zu finanzieren. Sowieso sei aus seiner Sicht das Gebiet des Weilenberger Hofs der einzig sinnvolle Standort für ein Neubaugebiet in der geplanten Größe. Man sei sich zwar bewusst, dass die Umsetzung eines solchen Projekts immer Veränderungen im Ökosystem mit sich bringe, allerdings seien diese weitaus geringer, als von der Bürgerinitiative dargestellt; so bleibe unter anderem der Charlottensee völlig unangetastet.

Anschließend wechselte das Format von diesen Einzelbeiträgen zu einer Podiumsdiskussion, an der Bürgermeister Wittlinger, Stadtplaner Mezger, Sascha Arnold vom Büro StadtLandFluss, seinerseits verantwortlich für die Ausstellung des Umweltberichts zum besagten Neubaugebiet, sowie die Sprecher der Bürgerinitiative Höflinger und Bauerle teilnahmen. Zunächst bekamen alle Diskutanten die Möglichkeit, ihre Positionen und zentralen Argumente in einem einminütigen Beitrag darzustellen. Bevor die Podiumsdiskussion für die anwesenden Bürgerinnen und Bürger geöffnet wurde, begann Moderatorin Schlumberger die Teilnehmer der Podiumsdiskussion mit den zentralen Fragen und Kritikpunkten der bisherigen Diskussion um das Uhinger Neubaugebiet zu konfrontieren.

So musste sich Manfred Mezger zu den vorgebrachten ökologischen Risiken äußern. Er wies darauf hin, dass ein Bebauungsplan nicht garantieren könne, dass der Verlust an der Natur im Verhältnis 1:1 ausgeglichen werden könne.

Ulrike Höflinger wurde gefragt, wie Sie die Lücken im Haushalt der Stadt beim Verzicht auf das Neubaugebiet ausgleichen wollen würde. Sie merkte an, dass viele Kommunen im Umkreis ihre finanzielle Lage auch ohne Erlöse aus Neubaugebieten im Gleichgewicht halten könnten, worauf Wittlinger entgegnete, dass die Situation in Uhingen nicht mit jener in anderen Kommunen verglichen werden könne, da die Rahmenbedingungen immerzu unterschiedlich seien. Er kritisierte weiterhin, dass die Bürgerinitiative mit falschen Zahlen operieren würde, unter anderem hinsichtlich der Veränderungen in der Kaltluftzufuhr durch das Neubaugebiet.

Sascha Arnold wurde gefragt, wie man eben jenen Veränderungen am effektivsten begegnen könne. Er betonte in diesem Zusammenhang die Relevanz einer umfassenden Begrünung des Neubaugebiets, welche den Ausführungen von Stadtplaner Mezger zufolge auch in den Planungen vorgesehen sei.

Zusätzlichen Schwung erfuhr der Abend dann mit der direkten Einbeziehung des Publikums in das bis dato schon sehr informative Frage-und-Antwort-Spiel zum Weilenberger Hof III. So kam zunächst die Frage auf, wie der Parkplatzsituation in Uhingen, vor allem in der Nähe des Bahnhofs, angesichts des vorgesehenen Zuzugs von Einwohnern begegnet werden könne. Bürgermeister Wittlinger erklärte, die Errichtung weiterer Parkgelegenheiten sei in Planung, als generelles Problem in Uhingen sei dies aber unabhängig vom Neubaugebiet zu betrachten.

Frau Österreicher aus dem Publikum berichtete von den Vorschriften im Zuge ihres eigenen Hausbaus, die sich explizit auf die Kaltluftproblematik bezogen hätten, und den Bau eines größeren Doppelhauses untersagt hätten. Mezger widersprach: Dieser Vorfall stünde eben nicht im Zusammenhang mit der Kaltluft, sodass er auch nicht in Beziehung zum Weilenberger Hof III zu setzen sei.

 

Vielfache emotionale Kritik aus dem Publikum bezog sich auf die Vernichtung von Ackerflächen durch die Errichtung des Neubaugebiets. Bürgermeister Wittlinger merkte hierzu an, dass lediglich weniger als ein Prozent der gesamten Ackerflächen in Uhingen durch den Weilenberger Hof III verloren gehen würden. Des Weiteren sei aus seiner Sicht das Partikularinteresse der Landwirtschaft nicht über das Allgemeininteresse der Einwohnerschaft zu stellen.

Frau Passeck wollte von Wittlinger wissen, warum der Gemeinderat auf die Durchführung eines Bürgerentscheids verzichtet hätte, obwohl dieser dem Neubaugebiet ein umfassendes demokratisch legitimiertes Mandat hätte geben können. Bürgermeister Wittlinger antwortete hierzu, dass eine solche Legitimation unter anderem deswegen nicht vonnöten sei, da die Uhinger Einwohnerschaft schon durch die Zustimmung zum Stadtentwicklungsplan „Uhingen 2030" den Planungen zum Neubaugebiet ein Mandat gegeben hätte.

Frau Hetzer fragte sich in ihrem Wortbeitrag, warum man ein solches Gebiet überhaupt in der geplanten Größe errichten müsse. Wittlinger wies darauf hin, dass der durch das Ausmaß der Planungen zu erwartende Zuzug für Uhingen notwendig sei. Nur auf diese Weise lasse sich eine nachhaltige Stadtentwicklung umsetzen.

Herr Dittmann ging in seiner Frage auf den Lärmschutz und die Verkehrssituation im Zuge eines Verzichts auf eine zweite Zufahrt zum Weilenberger Hof III ein. Wittlinger erklärte hierzu, der Lärmschutz sei garantiert; eine zweite Zufahrt sei fernerhin nicht notwendig, da man sowieso von drei Seiten in das Neubaugebiet gelangen könne.

Weitere Fragen aus dem Publikum bezogen sich schließlich auf den Zusammenhang zwischen Bauformen im Neubaugebiet und der Marktlage, welche offenbar nicht aufeinander abgestimmt seien. Wittlinger wies jedoch darauf hin, dass die Marktlage in Uhingen eine andere sei als in Baden-Württemberg insgesamt, also der Bedarf an familienfreundlichem Wohnraum in Uhingen größer sei als der an kleineren Wohneinheiten. Gleichwohl, so bemerkte Mezger, sei die Bauweise im Weilenberger Hof III so flexibel gestaffelt, dass man jederzeit die Planungen an die Bedarfssituation anpassen könne.

Zum Ende hin hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Podiumsdiskussion die Gelegenheit zu einem kurzen Schlussstatement. Ulrike Höflinger hielt dazu an, Demokratie in Uhingen vorzuleben, und kritisierte erneut den Umgang der Stadt mit ihrer Initiative. Manfred Mezger erklärte, die Form der Planungen zum Weilenberger Hof III sei sowohl flexibel, umweltschonend als auch zeitgemäß. Konrad Bauerle sprach den Wunsch aus, in Zukunft Natur- und Umweltschutz stärker auf die kommunale Agenda zu setzen. Bürgermeister Matthias Wittlinger unterstrich die sachliche Form der Auseinandersetzung an diesem Abend. Er sprach die Zusicherung aus, alle Formen der Kritik in den weiteren Verlauf der Planungen aufzunehmen und die ökologischen Verluste soweit wie möglich auszugleichen. Sascha Arnold äußerte als Schlusswort die Hoffnung, der Riss durch die Bevölkerung sei nicht zu tief und würde schnell wieder geschlossen werden. Nach zweieinhalb Stunden und somit weitaus länger als nach dem ursprünglichen Zeitplan schloss Anni Schlumberger die Diskussion und dankte allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Informationsveranstaltung für ihr Kommen und die rege Art der Beteiligung. So wies sie lobend darauf hin, dass Form und Inhalt der Diskussionen zwischen Podiumsteilnehmern und Publikum ein überaus hohes Niveau erreicht hätten.

Nach Abschluss des öffentlichen Teils hatten die anwesenden Uhingerinnen und Uhinger noch die Möglichkeit, jene Fragen, die aus zeitlichen Gründen nicht mehr in die Podiumsdiskussion einfließen konnten, auf Kärtchen zu notieren und in eine Fragebox einzuwerfen. Diese Fragen wurden dann an die Adressaten aus Stadt, Planung und Bürgerinitiative weitergereicht und sollen in Kürze ebenfalls hier an dieser Stelle veröffentlicht werden.

Portlets können nun hier hinzugefügt werden! (Dieser Schriftzug verschwindet in der mobilen Ansicht)

Aktuelles

Die Fragen der Uhingerinnen und Uhinger aus der Fragebox im Rahmen der Bürgerinformation vom 19.06.17 - hier geht's zu den Antworten der Stadt!


Neue Grafiken zu Weilenberger Hof III. Jetzt hier anschauen!

26.07.17, Pressemitteilung der Stadt Uhingen zur Entscheidung von Landtag und Landratsamt. Hier finden Sie die Erklärung im Wortlaut.


20.07.17, Die Petition wurde vom entsprechende Ausschuss des Landtags abgewiesen. Lesen Sie hier die Begründung im Wortlaut

Wie lief die Informationsveranstaltung ab? Hier geht's zur Dokumentation.

Informationsveranstaltung mit Podiumsdiskussion am kommenden Montag, 19.06.17, 18:00 Uhr im Uditorium. 

Die Stellungnahme zur Zulässigkeit des Bürgerbegehrens und die Demo-Ankündigung finden Sie ab sofort hier.

Wie immer für Sie die aktuellsten Pressemeldungen zum Thema "Bürgerdialog Weilenberger Hof III" in unserer Presseschau. Schauen Sie gern rein und bleiben Sie stets auf dem aktuellsten Stand.

Ihr Politaktiv-Team