Ihre Argumente im Dialog: Das Forum

In diesem Forum haben Sie die Möglichkeit, wichtige Themen mit anderen Bürgern zu diskutieren. Sie können auch Fragen an die Stadtverwaltung stellen, wenn Ihnen in Bezug auf die Planung oder den Prozess etwas nicht klar ist. Das Polit@ktiv-Moderationsteam wird Ihre Fragen weiterleiten und die entsprechenden Antworten i.d.R. für alle sichtbar veröffentlichen.

Eine intensive Diskussion ist wichtig, jedoch bitten wir Sie, trotz aller Emotionen die Netiquette zu beachten. 

Die erste Beteiligungsphase ist am 15.01.18 zu Ende gegangen. Sie möchten weiterdiskutieren? Nutzen Sie das Forum (Registrierung erforderlich) oder schicken Sie uns Ihren Beitrag per Mail an anni.schlumberger@integrata-stiftung.de. Wir werden für Sie ihn hier im Forum veröffentlichen. 

Zurück

Pro Kombibad, persönliche Ansichten zu den Varianten

Threads [ Zurück | Weiter ]
Umschalten
Als aktiver Sportler und langjähriges Mitglied der TUS-Schwimmabteilung habe ich mich insbesondere seit der Einladung zum Bürgerdialog/der Konsensuskonferenz mit der Bestandssituation und der Zukunft der Metzinger Bäder beschäftigt. Aus den von der Stadt zur Verfügung gestellten Informationen und den bislang im Forum bzw. an der Pinnwand geäußerten Argumenten/Meinungen ergibt sich für mich folgendes Bild:

Alle 3 zur Diskussion stehenden Varianten haben ihre Vor- und Nachteile und erfordern diverse Kompromisse.
Nach deren Abwägung kann meiner persönlichen Meinung nach allerdings die Entscheidung am Ende nur pro Kombibad lauten.
Hier nun die Erläuterung, warum dies für mich so ist:

Variante 1 (Sanierung beider Bäder an den bestehenden Standorten):
  • Einziger Vorteil wäre die relativ zentrale Lage beider Bäder und die unmittelbare Nähe des Hallenbads zu einem Teil der Schulstandorte. 
  • Weitere z. T. auch in den Pinnwandeinträgen genannte Punkte wie z. B. die preisgekrönte Architektur des Hallenbads sehe ich nicht, das Gebäude ist schlicht veraltet und anscheinend auch nach der Einschätzung des Denkmalamts kein schutzwürdiges Architekturdenkmal.
  • Gravierende Nachteile beider Altstandorte, jedoch insbesondere beim Hallenbad, sind die wegen des fehlenden Platzes beschränkten Entwicklungsmöglichkeiten und die Kosten für die Sanierung. Trotz Sanierung gilt letztlich für einen Teil der Substanz alt bleibt alt und trotz großer Investitionen wird das Hallenbad nie ein neues Gebäude.
  • Die Sanierung des Hallenbads birgt für mich bei Berücksichtigung der im Gutachten von Fritz Planung dargestellten Bestandssituation vor allem im Hinblick auf mögliche Gebäudeschadstoffe wie Asbest, PCB, KMF etc. und den Zustand des Betons bzw. der Bewehrung im Becken- bzw. UG-Bereich erhebliche Risiken bezüglich der Kosten und der Dauer der Sanierungsarbeiten.
  • Bei der für die Sanierung notwendigen Schließzeiten fällt nicht nur der Schwimmunterricht an den Schulen über längere Zeit aus, sondern die Schwimmabteilung der TUS mit aktuell mehreren hundert Mitgliedern ebenso wie die Ortsgruppe der DLRG etc. werden dies kaum überleben. Abgesehen davon fehlt während dieser Zeit auch für die übrige Bevölkerung die Möglichkeit der Schwimmbadnutzung.
Variante 2 (Kombibad am Bongertwasen):
  • Großer Vorteil dieser Variante ist die Möglichkeit einer völligen Neugestaltung der Bäder mit einer zeitgemäßen und bedarfsgerechten Ausstattung, die gleichzeitig jedoch auch für die Zukunft weitere Entwicklungs- und Erweiterungsoptionen offen hält.
  • Dazu kommen Synergieeffekte, die vor allem im Bereich der Technik und der Betriebs- und Personalkosten den Betrieb eines Kombibades auf lange Sicht deutlich günstiger machen als zwei getrennte Bäder.
  • Ein Kombibad wäre hinsichtlich der Nutzung deutlich flexibler und witterungsunabhängiger. Optimal aus meiner Sicht wäre ein (wettkampftaugliches) 50 m Becken, das durch eine entsprechende Gestaltung der Wände/Decke sowohl als Freibad im Sommer, als auch als Hallenbad bei schlechtem Wetter oder im Winter genutzt werden kann.
  • Der Neubau an einem Standort würde Chancen für eine ganzjährige Attraktivierung des Bades eröffnen. Dies könnte z. B. durch entsprechende Kinder-/Planschbereiche einschließlich Sprungturm und Rutsche und/oder einen Wellness-/Saunabereich erfolgen. Das bereits genannte 50 m Becken für eine ganzjährige Nutzung wäre ein Alleinstellungsmerkmal in der Umgebung und würde auch die Nutzungsmöglichkeiten für Schulen und Vereine verbessern.
  • Der Bongertwasen würde durch die Bündelung von Sport- und Freizeitmöglichkeiten weiter aufgewertet. Ein weiterer Schritt für die Zukunft könnte dort zusätzlich der Bau einer Sport- und Veranstaltungshalle mit entsprechender Zuschauerkapazität z. B. für Tussies und TVN Handball werden, die gleichzeitig auch die mittlerweile nicht mehr zeitgemäße Stadthalle ersetzt und das Angebot abrundet.
  • Frei werdende Flächen an den Altstandorten könnten für andere Nutzungen freigemacht werden bzw. die Flächenveräußerung zur Finanzierung des Neubaus mitverwendet werden.
  • Ein Nachteil des Kombibades wäre sicherlich der Flächenverbrauch am neuen Standort, dieser ist aus meiner Sicht jedoch in der Gesamtschau vertretbar.
  • Die aktuelle Verkehrssituation/-anbindung ist sicherlich ein Nachteil, dieser kann und muss allerdings meiner Meinung nach seitens der Stadt über entsprechende Maßnahmen, z. B. eine angemessene ÖPNV- und Radweg-Anbindung aus der Welt geschafft werden. Auch die Gestaltung des Schulschwimmens bzw. Schülertransports ist für mich nur eine organisatorische Aufgabe, die gelöst werden kann.
Variante 3 (Hallenbad bleibt, Freibad am Bongertwasen):
  • Die Nachteile bezüglich des Hallenbads bleiben wie bereits oben bei Variante 1 beschrieben.
  • Für das Freibad wäre ein Neubau hinsichtlich der Gestaltungsmöglichkeiten sicherlich zu begrüßen.
  • Allerdings handelt man sich mit Variante 3 aus meiner Sicht praktisch fast alle Nachteile der beiden Varianten 1 und 2 ein, kann aber gleichzeitig nur einen Bruchteil der Vorteile von Variante 2 generieren.

RE: Pro Kombibad, persönliche Ansichten zu den Varianten
Antwort
29.12.17 19:11 als Antwort auf Michael Wetzel.
Sehr geehrter Herr Wetzel, 

vielen Dank für Ihren Beitrag hier im Forum, der zahlreiche Argumente des Dialogs aufnimmt und abwägt. 

Herzliche Grüße und einen guten Start ins neue Jahr,

Anni Schlumberger 

RE: Pro Kombibad, persönliche Ansichten zu den Varianten
Antwort
17.01.18 23:44 als Antwort auf Michael Wetzel.
Bitte, machen Sie nochmal einen Ausflug dorthin. Mal normal unter der Woche, mal in den Ferien, mal am Wochenende und mal am besten an einem "besonderen Tag". Ihre Vorschläge würden eher zu einer Verschlechterung führen, es fehlt Metzingen an Platz und Infrastruktur. Breitere Straßen und mehr Straßen in bzw. aus der Stadt wären sinvoll, aber wohl kaum Umsetzbar.
Desweiteren wäre es schön wenn Sie noch ein paar Schritte weiter denken. Bspw. die Kosten für den Transport der Schüler, kosten vom Bau von Radwegen, das anschaffen von Busen usw. usv. das ist nicht nur eine organisatorische Aufgabe. Diese kosten, die 20-? Jahre gerechnet werden müssen teilweise, die gehören ebenfalls zu den Kosten des Bades hinzu. Sprich diese Kosten in eine Renovierung zu stecken wäre deutlich Sinvoller.



RE: Pro Kombibad, persönliche Ansichten zu den Varianten
Antwort
19.01.18 12:05 als Antwort auf Anonym.
Vielen Dank für Ihren (leider anonymen) Kommentar, dem ich inhaltlich allerdings nicht folgen kann. Bezüglich der empfohlenen Ausflüge möchte ich anmerken, dass ich mittlerweile rund 30 Jahre in Metzingen wohne und sowohl mit dem Auto, aber überwiegend auch zu Fuß und mit dem Rad viel in und um Metzingen unterwegs bin und die Verkehrssituation daher durchaus kenne.
Breitere bzw. mehr Straßen halte ich nicht für notwendig, da für große Teile der Metzinger Bevölkerung der Bongertwasen über die bestehenden Umgehungsstraßen gut erreichbar ist. Sicherlich notwendig ist allerdings eine entsprechende intelligente Verkehrssteuerung und eine gute ÖPNV-Anbindung (Bus). Von dieser würden übrigens auch nicht nur die Nutzer des Bades, sondern auch die Anwohner entlang der Buslinie bei geschickter Gestaltung der Linienführung/Haltepunkte profitieren.
Ähnliches gilt auch für einen Ausbau des Radwegenetzes. Die Lage ist trotz etwas größerer Entfernung zur Innenstadt und einem gewissen Höhenunterschied meiner Ansicht nach auch kein Hindernis für die Erreichbarkeit mit dem Fahrrad. Jedenfalls wird auch das Dettinger Freibad von einer großen Anzahl Besucher aus Metzingen per Rad erreicht (weil es ein attraktives Bad ist). Warum z. B. Herr Dr. Glüer einen Badbesuch am Bongertwasen per Rad ausschließt, erschließt sich mir, insbesondere vor dem Hintergrund der aktuell auch rasant wachsenden Verbreitung von E-Bikes, nicht.
Auch das Argument bezüglich der Kosten z. B. für den Schülertransport ist in meinen Augen nicht stichhaltig, da bereits jetzt große Teile der Schüler sowieso per Bus zum Schwimmunterricht ins Hallenbad transportiert werden. Dazu kommt, dass laut Auskunft der Stadtverwaltung die Kosten für die Schülerbeförderung aktuell bei nur rund 5.000 €/Jahr liegen (für die Neugreuth Schule) und ab 3 km Entfernung der Landkreis die Kosten trägt. Das würde bedeuten, dass bei einem Neubau am Bongertwasen (zumindest nach Entfernungsangabe Google Maps) die Kosten für den Schülertransport vom Neugreuth auf den Landkreis übergehen würden und dieses Budget dann für den zusätzlichen Transport z. B. von der Sieben-Keltern-Schule genutzt werden könnte.
Auf die grundsätzlichen Nachteile einer Renovierung und die damit verbundenen (Kosten-)Risiken z. B. aus Schäden an der Gebäudesubstanz und Gebäudeschadstoffen bin ich bereits in meinem ursprünglichen Beitrag eingegangen und werde diese daher hier nicht nochmals erläutern.

RE: Pro Kombibad, persönliche Ansichten zu den Varianten
Antwort
14.02.18 12:59 als Antwort auf Michael Wetzel.

Variante 1 (Sanierung beider Bäder an den bestehenden Standorten):
  • Einziger Vorteil wäre die relativ zentrale Lage beider Bäder und die unmittelbare Nähe des Hallenbads zu einem Teil der Schulstandorte. 
  • Weitere z. T. auch in den Pinnwandeinträgen genannte Punkte wie z. B. die preisgekrönte Architektur des Hallenbads sehe ich nicht, das Gebäude ist schlicht veraltet und anscheinend auch nach der Einschätzung des Denkmalamts kein schutzwürdiges Architekturdenkmal.
  • Gravierende Nachteile beider Altstandorte, jedoch insbesondere beim Hallenbad, sind die wegen des fehlenden Platzes beschränkten Entwicklungsmöglichkeiten und die Kosten für die Sanierung. Trotz Sanierung gilt letztlich für einen Teil der Substanz alt bleibt alt und trotz großer Investitionen wird das Hallenbad nie ein neues Gebäude.
  • Die Sanierung des Hallenbads birgt für mich bei Berücksichtigung der im Gutachten von Fritz Planung dargestellten Bestandssituation vor allem im Hinblick auf mögliche Gebäudeschadstoffe wie Asbest, PCB, KMF etc. und den Zustand des Betons bzw. der Bewehrung im Becken- bzw. UG-Bereich erhebliche Risiken bezüglich der Kosten und der Dauer der Sanierungsarbeiten.

Hallo Herr Wetzel,

auch wenn ich NICHT für Variante 3 bin, gebe ich Ihnen in 3von 4 oben ziterten Punkten recht. Deshalb habe ich heute auch einen Beitrag hier im Forum geschrieben, dass dass man das alte Hallenbad abreißen und an gleicher Stelle ein neues (größeres, zeitgemäßeres) bauen könne.
Die "zentrale Lage" ist in meinen Augen nicht der "Einzige Vorteil", wie sie es sagen, es ist der ENTSCHEIDENDE Vorteil. Es geht also nicht immer um die Summe einzelener Vor- und Nachteile, sondern um deren Gewichtung. Stellen Sie sich vor, Metzingen, Riederich, Grafenberg und Dettingen wären eine Großgemeinde, zergliedert wie z.B. Ostfildern. Wäre Dettingen dann der ideale Standort für ein Freibad? Ein attraktives, neues Hallenbad in der Stadtmitte, das bequem mit Bus und Bahn erreichbar wäre, auch aus den genannten Gemeinden, das wäre nötig. Für Autofahrer ist der Standort allerdings relativ egal, ob ich 2 oder 5 min. länger im Wagen sitze - geschenkt! Die Auswärtigen würden den Bongertwasen bequemer mit dem Auto erreichen können, das widerspricht der beschlossenen Klimaschutzstrategie, den Verkehr wo möglich auch durch Lage-Entscheidungen zu senken. Sie können ja auch Alten- und Pflegeheime, Krankenhäuser etc. viel "schöner, idyllischer, grüner, planerisch freier" am Stadtrand planen. Alle Städte, die so etwas in den vergangenen Jahrzehnten gemacht haben (z.B. Krankenhäuser) leiden jetzt darunter, dass die Bürger nicht vernünftig dort hingelangen können. Beachten sie die demografische Entwicklung:
Ortsnähe wird immer wichtiger, das wird von Stadtentwicklern und
Interessenverbänden mehr und mehr berücksichtigt.

 Einen Beitrag verfassen: So geht's! 

Um eigene Beiträge ("Threads") zu verfassen, ist einmalig eine Registrierung erforderlich. Ohne Registrierung können Sie zwar alles lesen, jedoch nicht kommentieren. Haben Sie sich registiert, können Sie sich mit ihrem Benutzernamen und Passwort anmelden (oben rechts) und müssen nur noch ebenfals einmalig auf "Mitmachen" (blauer Button oben rechts) klicken. Bei jedem weiteren "aktiven" Besuch ist nur noch die einfache Anmeldung mit Benutzernamen und Passwort nötig. 

Nachdem Sie registriert und angemeldet sind, können Sie sowohl neue Beiträge (Threads) in einer der vorgegebenen Kategorien verfassen, als auch neue Unterkategorien und Kategorien hinzufügen. Sie können auch auf andere Beiträge antworten oder zusätzlich Bilder hochladen. 

Klicken Sie auf die entsprechende Kategorie und danach auf "Neuen Thread hinzufügen". Nun können Sie loslegen. Hier finden Sie weitere Hinweise zur Benutzung des Forums.

Die Alternative für Bürger, die nicht registriert sind und spontan eine Idee loswerden wollen: Über unsere Pinnwand können Sie unangemeldet einen Beitrag schreiben. Dort wird alles nach einer kurzen Prüfung durch die Moderatoren veröffentlicht.

Ihre Daten bleiben allein auf dem Polit@ktiv-Server und werden nicht an Dritte weitergegeben!

 Hier finden Sie noch einmal das Anmeldeprozedere im Überblick.

Netiquette

Es ist unser Ziel, dass sich möglichst viele Bürgerinnen und Bürger am Dialog beteiligen und ihre Ideen und Anliegen in die zukünftige Entwicklung ihrer Kommune einbringen. Emotionen bleiben dabei...

Eintrag komplett anzeigen

Portlets können nun hier hinzugefügt werden! (Dieser Schriftzug verschwindet in der mobilen Ansicht)

Aktuelles

16.01.18, Die erste Beteiligungsphase ist beendet. Sie möchten weiterhin mitdiskutieren? Nutzen Sie gern unser Forum oder schicken Sie uns Ihren Beitrag per Mail

15.01.18, Letzter Tag der ersten Phase des Bürgerdialogs. Jetzt noch beteiligen und Argumente einbringen!

13.01.18, Noch zwei Tage sind Zeit für Ihre Beiträge zum Bürgerdialog. Alle Beiträge, die bis zum 15.01.18 eingehen, werden in die Konsensuskonferenz einfließen.  Jetzt noch mitmachen!


05.01.18, Die Diskussion im Forum geht weiter: Lesen Sie heute den Beitrag von Herr Dr. Winfried Glüer. 

29.12.17, Aufgrund der außerordentlich vielzähligen Teilnahme wird die erste Beteiligungsphase bis Mitte Januar verlängert.

29.12.17, Auf der Basis der bisherigen Beiträge und Informationen wägt Michael Wetzel pro und contra ab. Zu welchem Ergebnis er kommt, lesen Sie jetzt im Forum. 

28.12.17, Gegen die Verlegung der Bäder argumentiert Dr. H. Kleineikenscheidt im neuesten Beitrag jetzt im Forum

28.12.17, Täglich gehen weitere Beiträge Pro und Contra im Forum ein. Heute geht es beispielsweise um das Stichwort Verkehr und die Frage, ob ein Bad am Bongertwasen die Verkehrsbelastung stark erhöht. Wie sehen Sie diesen Punkt? Schauen Sie rein und diskutieren Sie mit!