Entscheidung des Gemeinderates

Mit Bildern: Alle Informationen zur öffentlichen Sitzung des Gemeinderates am 17. Mai 2018.

Metzingen bekommt ein Kombibad

Nach einer langen und breiten Bürgerbeteiligung ist der Gemeinderat der Empfehlung aus der Bürgerschaft gefolgt: Mit der Entscheidung sind nun die Weichen für den nächsten Beteiligungsprozess gestellt.

Text und Fotos: Sascha Blättermann

Der Metzinger Gemeinderat hat sich mit breiter Mehrheit in einer öffentlichen Sitzung für ein Kombibad entschieden. Bei drei Enthaltungen stimmten 21 Mitglieder des Gemeinderates für den Neubau auf dem Bongertwasen. Die vierstündige Sitzung des Gemeinderates stieß auf intensives Interesse: Über 200 Bürger hatten sich in der Stadthalle eingefunden, um die entscheidende Sitzung zu verfolgen.

In der Sitzung blickte die Metzinger Finanzbürgermeisterin Carmen Haberstroh noch einmal zurück auf eine leidenschaftliche Debatte zur Zukunft der Metzinger Bäder, die sowohl vor Ort, aber auch im Netz geführt wurde. Haberstroh lobte dabei die klare und faire Auseinandersetzung mit Argumenten und Ideen und das große Interesse am Prozess selbst: Weit mehr als 2.500 Bürger hatten sich seit Oktober 2017 aktiv mit ihren Vorschlägen, Anliegen und Ideen in den Beteiligungsprozess eingebracht, darunter über 400 Schülerinnen und Schüler. Die Bürger sollten dabei zwischen drei verschiedenen Varianten abwägen: Sanierung des Hallen- und Freibades am jetzigen Standort, Neubau eines Kombibades am Bongertwasen oder Sanierung des Hallenbades mit Neubau des Freibades am Bongertwasen.

In einer zweiten Phase berieten ab März 2018 20 zufällig ausgewählte Metzinger Bürger in zwei Konsensuskonferenzen über die verschiedenen Argumente aus der ersten Beteiligungsphase, sprachen mit Vertretern von Vereinen und Schulen und erarbeiteten eine gemeinsame Bürgerempfehlung: Sie votierten für ein Kombibad, knüpften dies aber an konkrete Bedingungen. Beispielsweise wurde gefordert, das aktuelle Hallenbad als Gebäude zu erhalten oder die Anbindung des Bongertwasens über die Auchtertstraße zu gewährleisten.

Die Experten aus den Konsensuskonferenzen wurden auch in der Gemeinderatssitzung noch einmal angehört: Schlüsselakteure aus den Schulen, dem Jugendgemeinderat, den Schwimmvereinen, dem Zukunftsteam Metzingen/Metzinger AkivPark, aber auch Paul-Ludwig Dolmetsch (Architekt des Hallenbades) brachten in eigenen Statements noch einmal ihre Kernargumente vor, bevor drei Vertreter aus der Konsensuskonferenz selbst ihre Bürgerempfehlung vorstellten und begründeten. Im Rahmen der Diskussion spielte insbesondere der Punkt der Erreichbarkeit des neuen Kombibades eine große Rolle, aber auch die Frage, wie Schulen und Schwimmvereine die Zeit bis zur Eröffnung des neuen Bades überbrücken können und was mit dem alten Hallenbad in der Metzinger Innenstadt passieren wird.

Mit der Entscheidung für das Kombibad ist die Diskussion um die Zukunft der Bäder aber noch nicht beendet. Nachdem sich der Gemeinderat nun für eine Variante entschieden hat, wird nun in einem zweiten Prozess geklärt, wie genau das Kombibad aussehen wird. Auch hier wird die Stadt nicht alleine entscheiden: Die Bürger werden sich auch hierzu miteinbringen können.

Weiterführende Links:

Die Entscheidung im Wortlaut

Der Gemeinderat hat folgenden Beschluss gefasst:
 
Der Gemeinderat Metzingen hat am 17.05.2018 -  mit 21 Ja-Stimmen und 3 Enthaltungen -folgenden Beschluss gefasst, in den auch Änderungsanträge der CDU-Fraktion und der FWV-Fraktion eingeflossen sind:
 
1.  Es soll ein neues Kombibad am Standort Bongertwasen gebaut werden.
 
2. Die Verwaltung wird beauftragt, die Planung vorzubereiten. Bei der Planung sollen insbesondere folgende Punkte berücksichtigt werden:
 
a)  Die Planung für das neue Kombibad sollte eingebettet werden in eine Gesamtbetrachtung/Gesamtplanung für das Gebiet Bongertwasen. Der in der Bürgerempfehlung vorgeschlagene Standort für das neue Kombibad (Nähe Auchtertstraße) soll hierbei vorrangig geprüft werden. Die bereits bestehenden Freizeitnutzungen, insbesondere das Ferientagheim der evangelischen Kirchengemeinde und des CVJM, sollen entsprechend berücksichtigt und gehört werden. Die Verwaltung wird beauftragt, ein hierfür geeignetes Verfahren zu entwickeln und dem Gemeinderat zur Entscheidung vorzulegen. 
 
b) Das neue Kombibad sollte primär über die Auchtertstraße angebunden werden.
 
c) Das neue Kombibad sollte als familienorientiertes Sport- und Freizeitbad ausgestaltet sein. 
 
d) Das neue Kombibad muss an den ÖPNV (Stadtbus) sowie an das Radwegenetz angebunden und fahrradfreundlich ausgestaltet werden.  
 
e) Ökologische Aspekte sollten beim Neubau des Kombibades miteinfließen.
 
3. Der bisherige Freibadstandort wird aufgegeben, sobald das Kombibad in Betrieb geht. 
 
4. Die dann freiwerdenden Flächen des bisherigen Freibadstandortes können anschließend umgenutzt werden. Die Verwaltung wird beauftragt, eine Planung für die Umnutzung dieser Flächen vorzulegen. Hierbei ist insbesondere zu prüfen, inwieweit der Baumbestand erhalten werden kann.
 
5. Das Hallenbadgebäude soll möglichst erhalten werden. Die Verwaltung wird beauftragt, verschiedene Möglichkeiten der Weiternutzung des Hallenbadgebäudes unter Berücksichtigung der Hallenbadturnhalle zu entwickeln und zu prüfen. Hierbei sollte auch die Möglichkeit einer – zumindest teilweisen - Weiternutzung für das Schulschwimmen und für die Schwimmvereine geprüft werden.  Die Verwaltung wird aufgefordert, in den Prüfauftrag über die verschiedenen Möglichkeiten einer Weiternutzung des Hallenbades als Leerschwimmbecken für das Schulschwimmen und für die Vereine auch die Nutzungs-Kombination mit einem physiotherapeutischen Bäderangebot aufzunehmen und dazu für den Gemeinderat eine Beratungsvorlage zu erarbeiten.
 
6. Die Arbeitsgruppe Bürgerdialog Zukunft Bäder wird beauftragt, für die Ausgestaltung („WIE") des neuen Kombibades ein Konzept für die Fortführung des Bürgerdialoges zu erarbeiten.

Carmen Haberstroh: So geht es nach der Gemeinderatsentscheidung weiter

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Infoveranstaltung des Jugendgemeinderats

Interview mit Jeton

Interview mit Georg

Kathrin und Jason vom Jugendgemeinderat

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Aktuelles

30. Mai: Nachschub für die Presseschau: Das Reutlinger Wochenblatt kommentiert den Beteiligungsprozess in Metzingen. [PDF]

28. Mai: Wir haben die komplette Gemeinderatssitzung dokumentiert mit allen Statements und Dokumenten zum Download. Hier finden Sie unseren ausführlichen Bericht.

20. Mai: Die Entscheidung im Gemeinderat ist gefallen: Erste Presseartikel aus dem Reutlinger General-Anzeiger und der Südwestpresse finden Sie in unserer Presseschau.

20. April 2018: Bitte beachten Sie: 
Die Bürgerempfehlung und den Bericht zur zweiten Konsensuskonferenz jetzt online zum Nachlesen.

Am Donnerstag, 17. Mai, findet die Öffentliche Gemeinderatssitzung zur Zukunft der Metzinger Bäder um 18:00 Uhr in der Stadthalle statt. Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich dazu eingeladen!