Regionale Klimaschützer im Interview

Was tun Bühler Firmen bereits heute in Sachen Klimaschutz? Wie setzen sie klimaförderliche Maßnahmen ein und um? Wir haben verschiedene Unternehmen gebeten, uns in Form eines Interviews mehr darüber zu erzählen. Den Anfang macht die Firma Schaeffler. Weitere werden im Laufe der Zeit folgen.

Sie möchten mit Ihrer Firma auch als Regionaler Klimaschützer vertreten sein? Dann schicken Sie uns einfach eine Mail oder füllen Sie das entsprechende Formular aus.

Bernd Wagner, Geschäftsführer USM

Was bedeutet Nachhaltigkeit für USM?

Die Suche nach Lösungen vor dem Hintergrund ökonomischer und ökologischer Notwendigkeit prägen das Handeln bei USM. Bei der Entwicklung der USM Möbelbausysteme spielte somit die Frage nach dem sparsamen Umgang mit Energie, Emissionen, Rohstoffen und Produktionsmethoden von Anfang an eine zentrale Rolle.

Die Verwendung hochwertiger, langlebiger Materialien und die Verarbeitung mit Hilfe neuester, umweltschonender Technologien garantiert USM Produkten ein langes, nützliches Leben. Denn unumgänglich ist, jede bei der Produktion verbrauchte Energie und Ressource nach Ablauf einer bestimmten Lebensdauer in einen Ökologiekreislauf zurückzuführen. Je länger ein Produkt nutzbar ist, desto mehr entspricht es dem ökonomischen Denken und je weniger belastet es gleichzeitig die Umwelt. 2016 haben wir das Zertifikat „Freiwilliger Klimaschutz und Energieeffizienz" der Energieagentur der Wirtschaft der Schweiz erhalten.

Haben Sie einen Nachhaltigkeitsbeauftragten? Wenn ja: Was sind die Aufgaben einer/eines Nachhaltigkeitsbeauftragten? 

Bereits bei der Produktentwicklung legen wir ein großes Augenmerk auf die Nachhaltigkeit. Einen speziellen Nachhaltigkeitsbeauftragten haben wir jedoch nicht.

Leitet USM am Standort Bühl die Mitarbeiter aktiv zur Nachhaltigkeit an?

Alle Mitarbeiter/Innen legen großen Wert darauf, die Beratung, Planung, Produktion und Montage so nachhaltig und ressourcenschonend wie möglich durchzuführen.

Außerdem sind unsere Drucker standardmäßig so eingestellt, dass automatisch Vorder- und Rückseite bedruckt werden. Gedruckt wird ebenso standardmäßig in schwarz-weiß und nicht in Farbe. Künftig werden unsere Arbeitsplätze mit zwei großen Bildschirmen ausgestattet. Ein Bildschirm wird für die Anzeige von Vorlagen genutzt, damit weniger gedruckt werden muss.


Schützt USM in Bühl bereits durch Maßnahmen das Klima? Welche Maßnahmen sind das?

1975 wurde die deutsche Tochter für Montage und Vertrieb des Schweizer Herstellers der USM Möbelbausysteme gegründet. In den Jahren 1987 und 1992 musste das Gebäude erweitert bzw. ange­baut werden. Nach den ersten beiden Erweiterungen wurde von August bis Oktober 2009 der Verwal­tungsbereich komplett modernisiert. Dabei legte USM ein besonderes Augenmerk auf– neben der allgemeinen Modernisierung – eine noch effizientere Gestaltung der Arbeitsabläufe, Optimierung des vorhandenen Flächen­potentials und ganz im Sinne der USM Philosophie auf Nachhaltigkeit und Energie­effizienz. Im Zuge der Erneuerung wurde im Verwaltungstrakt die Heizungs-, Kühlungs- und Lüftungstechnik auf den aktuellsten technischen Stand gebracht. Ein vollflächig wirk­samer Sonnenschutz auf der Ost- und Südseite der Glasfassade verbessert zukünftig die klimatischen Bedingungen innerhalb des Gebäudes. Deckensegel werden als thermisch aktive Flä­chen das bisherige Heizsystem deutlich entlasten. Zur Temperie­rung des Heiz- wie auch Kühlwassers in den Segeln wird über eine Wärmepumpe das Grundwasser genutzt. Zur Kühlung der Luft, die zugfrei über Quellauslässe im neu geschaffenen Hohlraumboden eingebracht wird, kommt ein zentrales Lüftungsgerät zum Einsatz, welches die Vorteile der „adiabaten" Verdunstungskälte ausnutzt. Dadurch wird weniger fossile Energie verwendet. Weitere Neuerungen bietet die über ein Bussystem realisierte tageslichtabhängige Steuerung von Beleuchtung und Verschattung. In den Hohlraumboden wurden außer­dem Bodentanks eingesetzt, die die größtmögliche Flexibilität in der Flächennutzung schaffen. Bei der Planung aller neuen Komponenten war es für USM besonders wichtig, die Konstruktion des USM Stahlbausystems Maxi aufzuwerten und herauszustellen, da die Philosophie der Architektur der Grundstein für das USM Möbelbausystem Haller darstellt.

Unterstützen Sie ehrenamtliches Engagement Ihrer Mitarbeiter? Gibt es ein besonderes ehrenamtliches Engagement, das USM in Bühl betreibt?

Natürlich unterstützen wir ehrenamtliches Engagement unserer Mitarbeiter. So ist zum Beispiel ein Architekt aus unserer Planungsabteilung ehrenamtlicher Rettungssanitäter. Er ist ständig abrufbereit und wird für Einsätze von USM freigestellt.

Gibt es ein Produkt bei USM, das besonders nachhaltig ist?

Die Langlebigkeit der USM Möbelbausysteme wird bestimmt durch die Qualität der Materialien, die Variabilität der Funktion, der Zeitlosigkeit des Designs und der Rückwärtskompatibilität in der Produktentwicklung. Die Folge: auch die vor über einem Vierteljahrhundert gebauten USM Möbelbausysteme werden noch heute genutzt, weil sie zeitlos sind und sich den veränderten Bedürfnissen ihrer Benutzer immer wieder problemlos anpassen.

Was erwarten Sie von der Beteiligung in Bühl für den Klimaschutz?

Wir wünschen uns eine Sensibilisierung jedes Einzelnen, aber auch der ansässigen Unternehmen. Impulse und Ideen auch für unser Unternehmen.

Welche Wünsche haben Sie in Bezug auf die Beteiligung? 

Die Wahrnehmung USMs als nachhaltiges Unternehmen, welches von Anfang an verantwortlich im Umgang mit Energie, Emissionen, Rohstoffen und  Produktionsmethoden ist. Durch die Zeitlosigkeit und die Möglichkeit, die Möbel jederzeit den veränderten Bedürfnissen anzupassen, sind unserer Möbel sehr langlebig. Und je länger ein Produkt nutzbar ist, desto weniger belastet es die Umwelt.

Das Interview führte Sascha Blättermann.

Pia Therea Hoffmann, Nachhaltigkeitsbeauftragte Schaeffler AG

Was bedeutet Nachhaltigkeit für Schaeffler?

Die Übernahme wirtschaftlicher, ökologischer und gesellschaftlicher Verantwortung hat in der Schaeffler Gruppe als Familienunternehmen Tradition. Wir legen großen Wert darauf, wirtschaftlichen Erfolg mit verantwortlichem Handeln gegenüber Umwelt, Mensch und Gesellschaft zu verbinden. Nachhaltiges Wirtschaften und gesellschaftliche Verantwortung sind elementare Bestandteile der seit Jahren gelebten Unternehmenskultur.

Was sind die Aufgaben einer / eines Nachhaltigkeitsbeauftragten?

Das Aufgabenspektrum eines Nachhaltigkeitsbeauftragten ist von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich, da auch die Unternehmensgröße und die Kernkompetenz das Aufgabenspektrum mitbestimmen. Eine der wichtigsten Aufgaben und zugleich auch enorme Herausforderung - ist die strategische Verankerung des Themas CR in der Organisation. Ein CR-Report kann bspw. zur strategischen Steuerung des Unternehmens genutzt werden.

Leitet LuK am Schaeffler-Standort Bühl die Mitarbeiter aktiv zur Nachhaltigkeit an?

Ja, beispielsweise absolvierten im Jahr 2015 fünf Auszubildende am Schaeffler Standort Bühl in ihrem vierten Ausbildungsjahr zum Elektroniker für Automatisierungstechnik eine von der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe zertifizierte Zusatzausbildung zum Energie-Scout. Gerade zu Beginn einer Berufskarriere ist es im Bereich der Ausbildung sehr wichtig, dass bereits die Auszubildenden mit dem Thema Energieeffizienz in Berührung kommen und dadurch im alltäglichen Leben ihren Beitrag dazu leisten. Als Pilot-Projektteam optimierten sie u. a. drei Waschanlagen am Standort Bühl. Sie sind die Multiplikatoren zur Mitarbeitersensibilisierung für das Thema Energiesparen. Die gewonnenen Ergebnisse werden in ein unternehmensinternes Ausbildungsmodul integriert und sollen im Ausbildungsjahr 2016 deutschlandweit den neuen Auszubildenden angeboten werden.

Welche Ideen und Maßnahmen verfolgen Sie um Ihre Mitarbeiter bei der Arbeit auch für das Thema „Klimaschutz" zu sensibilisieren?

Ein verantwortungsvoller Umgang mit Umwelt und Energie ist integraler Bestandteil der Unternehmenskultur der Schaeffler Gruppe. Das Unternehmen übernimmt als Technologie- und Innovationsführer weltweit eine Vorbildfunktion. Dies gilt für sein Engagement in der Energie- und Materialeffizienz wie auch für die Verringerung von Emissionen und Abfällen und den schonenden Umgang mit Wasser. Die Schaeffler Gruppe investiert kontinuierlich in umweltschonende Technologien, Verfahren und Produktentwicklungen. Wir leiten auch unsere Mitarbeiter an: Mit dem Roll-out unserer neuen internen Energiesparplakat-Kampagne qualifizieren und sensibilisieren wir unsere Mitarbeiter für die Erfordernisse eines wirksamen Klimaschutzes. Die Mitarbeiter haben somit die Chance selbst Verantwortung zu übernehmen und gestalten ihren Arbeitsplatz und die Umwelt aktiv mit.

Unterstützen Sie ehrenamtliches Engagement Ihrer Mitarbeiter? Gibt es ein besonderes ehrenamtliches Engagement, das am Schaeffler-Standort Bühl umgesetzt wird?

Ehrenamt spielt bei Schaeffler eine wichtige Rolle. Für viele Mitarbeiter ist Schaeffler mehr als „nur" ein Arbeitsplatz. In und außerhalb von Büro und Produktionshalle nehmen sie sich Zeit, um Hobby-Mannschaften zu trainieren, Feuer zu bekämpfen oder ihren Kollegen bei Verletzungen als Ersthelfer zur Seite zu stehen. Hier am Standort in Bühl gibt es zum Beispiel eine Kollegin, die das Schaeffler Beachvolleyballteam trainiert und in ihrer Freizeit auch die gesamte Organisation übernimmt.

Wird bei Schaeffler auf eine nachhaltige Produkt- & Technologieentwicklung geachtet?

Ja, denn Nachhaltigkeit bedeutet für die Schaeffler Gruppe auch, neuen Technologien zum Durchbruch zu verhelfen – insbesondere solchen Technologien, die einen Beitrag zu einer kostengünstigen, verlässlichen und umweltschonenden Energiebilanz leisten und den Kunden helfen, ihren wachsenden Herausforderungen, wie die Reduzierung der CO2-Emissionen oder steigenden Kraftstoffkosten, zu begegnen. Dafür geht Schaeffler mit der Erschließung neuer Produkttechnologien für die „Mobilität für morgen" in Vorleistung: Das Unternehmen investiert umfangreich in Forschung und Entwicklung etwa zur Elektrifizierung von Antrieben, Fahrwerk- und Chassiskomponenten oder zur kosten- und ressourceneffizienten Wiederaufbereitung gebrauchter Lager.

Was erwarten Sie von der Beteiligung in Bühl für den Klimaschutz?

Einen offenen Dialogaustausch zwischen der Kommune, den ortsansässigen Unternehmen sowie Institutionen, um die Anliegen und Ansprüche unserer Stakeholder – insbesondere die der Bürger - noch besser zu verstehen und um Erfahrungen auszutauschen. Als einer der größten Arbeitgeber in der Region ist es uns wichtig auch kontroverse Themen vorbehaltlos anzugehen.

Das Interview führte Sascha Blättermann.

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Neues aus Bühl

Wie geht es weiter in Bühl? Hier erfahren Sie es, im Interview mit Markus Benkeser im Polit@ktiv-Blog.


Abschluss-Workshop am 29.11.2016 im Friedrichsbau: Lesen Sie unseren Bericht!


Wie steht die Firma USM eigentlich zum Thema Nachhaltigkeit? In der Reihe "Bühler Firmen im Interview" haben wir nachgefragt.

Die Ideenbox ist geleert! Alle eingegangenen Ideen sind auf der Pinnwand nachzulesen. Einen Bericht und Bilder zum Bauernmarkt gibt es natürlich auch.