Abschlussveranstaltung am 27. Juni in der Stadthalle Blaubeuren

Von der Ideenwiese in Blaubeuren

Am 27. Juni 2015 stellen in Blaubeuren die Einwohner ihre Ideen für die Zukunft der Dörfer vor und begeistern den Bürgermeister.

 

 

 

 

 

 

Martin Berger ist so einer, der sich engagiert. Der 50-jährige Ingenieur gestikuliert wild vor großen, blauen Plakaten. Fünf Monate hat er jetzt mit anderen Einwohnern des Ortsteils Gerhausen diskutiert und phantasiert, wie man das Dorfleben verbessern kann.

Und hört gar nicht mehr auf zu erzählen: „Am Dorfplatz und Schulhof herrscht beispielsweise viel Fahrradverkehr, weil die Fahrräder einfach über den Schulhof fahren. Deswegen sollten wir den Radweg auf den Donauradwanderweg verlegen. Dieser Radwanderweg wird wiederum attraktiver, wenn wir die Plätze im Dorf allgemein verschönern. Und wenn der Radweg verlegt und die Plätze verschönert sind, kann man die sanierungsbedürftige Schule oder das Pfarrhaus umgestalten."

Aber heute ist auch Bergers Tag: Der Bürgermeister hat in die Stadthalle geladen, er will sich alle Vorschläge gemeinsam mit den Gemeinde- und Ortschaftsräten anschauen, sucht das Gespräch. Um „Innenentwicklung" geht es heute, um die Zukunft der Dörfer von Blaubeuren. Es geht um Asch und Weiler, Seißen und Wennenden,  um die Ortschaften auf dem Hochsträß: Pappelau, Erstetten und Beiningen. Es geht um demographischen Wandel, um Landflucht. Es geht um große Fragen, große Themen.

Sperrige Worte für Bürger. Aber Martin Berger fragt: „Wenn wir uns jetzt nicht engagieren, ist es zu spät. Ich kann natürlich sagen, dass es ein anderer machen kann. Aber wer?" Und so versucht er in seinem weißen Hemd, jeden einzelnen Bürger zu überzeugen, wirbt für die Ideen seines Arbeitskreises.

Berger ist nicht alleine: 14 Arbeitskreise haben sich gefunden, sie werben für ihren Ort, für ihre Ideen. Auch Ernst-Georg Weiher, 54, wirbt für sein Projekt: „Wir haben keinen Bäcker und keinen Metzger und der Tante-Emma-Laden macht wohl auch bald zu." Der Betreiber einer Schweinemast möchte auf dem Hochsträß eine „Neue Mitte" formen, „mit einer gemeinsamen Ortsverwaltung, einem gemeinsamen Kindergarten und einem gemeinsamen Feuerwehrhaus."

Bürgermeister Jörg Seibold ist von soviel Tatendrang sichtlich entzückt: „Ich bin beeindruckt von der Kreativität und der Energie. Die Bürger haben sich selber in die Pflicht genommen und nicht nur gesagt: Bürgermeister mach!" Die Bürger hätten den aufwändigen Prozess auch ablehnen können, betont Seibold. Haben sie aber nicht. Ernst-Georg Weiher stimmt ihm zu: „Ich war überrascht, wie viele Menschen sich beteiligt haben. Sicher: Es gibt Menschen, die haben sich beteiligt, aber auch manche, die wir nicht erreicht haben. Aber wir wollten was Zukunftsfähiges auf die Beine stellen und nicht einfach rumplanen." Er sieht aber auch die Grenzen, weiß, dass alle Ideen nicht umgesetzt werden können: „Leider ist die finanzielle Lage der Stadt sehr schwierig. Wir hoffen dennoch, dass was bewegt wird."

Doch nicht nur die finanzielle Lage der Stadt ist Teil der Diskussion. Auch der Zusammenhalt der Teilorte steht zur Debatte. Denn jeder Teilort wirbt für sich - aber auch für ein gemeinsames Projekt. „Wir versuchen, im Ort unsere Kultur und unsere Traditionen weiterzuführen", erklärt der Martin Berger für Gerhausen. Er unterstützt dennoch die „Neue Mitte" auf dem Hochsträß: „Pappelau, Erstetten und Beiningen sind alleine nicht lebensfähig und eigentlich gibt es mit der neuen Halle und dem Sportplatz bereits eine neue Mitte auf dem Hochsträß. Wenn man die Kindergärten zusammenlegt und auch das Feuerwehrhaus in die Mitte legen würde, wäre das langfristig sicher ein sinnvolles Konzept", erklärt er. Und schiebt nach: „Ich glaube, man muss manchmal Kooperationen eingehen und nicht nur an das eigene Dorf denken. Nur so kommt man weiter."

Bürgermeister Jörg Seibold nimmt die Vorschläge nun mit in den Gemeinderat und in eine Klausurtagung. Dort wird entschieden, welche Vorschläge umgesetzt werden. Ernst-Georg Weiher knüpft große Erwartungen an diese Sitzungen: „Wir hoffen, dass bis zur Klausurtagung die Vorschläge nicht einschlafen oder liegenbleiben. Man kann sicher nicht alle Vorschläge verwirklichen, aber vielleicht kann man auch durch Eigenleistung Dinge realisieren." Martin Berger stimmt ihm zu: „Wir gehen davon aus, dass die Gemeinderäte auf uns zukommen und sind dann jederzeit für Gespräche bereit. Aber jetzt gehen wir erstmal Pizza essen."


Bericht + Fotos: Sascha Blättermann

Präsentation der Plakate

Eine Zusammenfassung in DINA4 aller Plakate finden Sie hier (Achtung, die Datei hat 10 MB):  Zusammenfassung. (Für einen Ausdruck in hoher Auflösung verwenden Sie bitte die untenstehenden Einzelplakate.)

Asch - AK Hüle

Der AK Hüle stellt sich vor. Der Arbeitskreis hat uns folgende Vorschläge geliefert: Restaurierung und Wiederbelebung der HülenanlageHüle früher und heuteWünsche an die Hüle.

Asch - AK Infrastruktur und Landwirtschaft 

Der AK Infrastruktur und Landwirtschaft stellt sich vor. Der Arbeitskreis hat uns folgende Vorschläge geliefert: Öffentliche Infrastruktur im Alter, Neue Mobilität, Verkehr und Lärmschutz, Verkehr und Sicherheit 1, Verkehr und Sicherheit 2, Streuobst und Biotop, Öffentliche Flächen, Landwirtschaft und Ökologie.

Asch -AK Sport

Der AK Sport stellt sich vor. Der Arbeitskreis hat uns folgende Vorschläge geliefert: Beachvolleyball- und Basketballfeld, Rasenplatz & Kunstrasen.

Asch - AK Wir sind Asch

Der AK Wir sind Asch stellt sich vor. Der Arbeitskreis hat uns folgende Vorschläge geliefert: Erstellung eines Heimatbuches über Asch, Begrüßungstafeln an den Ortseingängen, Gründung einer Interessengemeinschaft, Kennzeichnung der Kulturdenkmäler, Renovierung Kindergarten Asch, Neuerungen im Mitteilungsblatt.

Gerhausen - AK Dorfleben

Der AK Dorfleben stellt sich vor. Der Arbeitskreis hat uns folgende Vorschläge geliefert: Donauradwanderweg, Dorfgemeinschaftshaus, Dorfplatz und Schulhof, Plätzle, Plätzlesweg, Verschönerungsmaßnahmen.

Gerhausen - AK Verkehr

Der AK Verkehr stellt sich vor. Der Arbeitskreis hat uns folgende Vorschläge geliefert: Parken, Für ein verkehrssicheres Gerhausen.

Hochsträß - AK Infrastruktur

Der AK Infrastruktur stellt sich vor. Der Arbeitskreis hat uns folgende Vorschläge geliefert: Neuer Spiel- und Bolzplatz für den Teilort Pappelau, Umfrage: Meinungsbild zur Kindergartensituation, Neugestaltung der Bushaltestelle "Am Kindergarten".

Hochsträß - AK Innenentwicklung

Der AK Innenentwicklung stellt sich vor. Der Arbeitskreis hat uns folgende Vorschläge geliefert: Wiederbelebung des Backhauses in Pappelau, Konsequente Grünpflege in Pappelau, Dorfbelebung - gestalterische Attraktivierung in Pappelau, Informationskarte: Was ist wo im Dorf, Wohnraum in Pappelau.

Hochsträß - AK Neue Mitte

Der AK Neue Mitte stellt sich vor. Der Arbeitskreis hat uns folgende Vorschläge geliefert: Hochsträß im Wandel der Zeit.

Hochsträß - AK OEPNV

Der AK OEPNV stellt sich vor. Der Arbeitskreis hat uns folgende Vorschläge geliefert: Infotainment, Erweiterung des Ruftaxis "Erbach", Rückfahrtmöglichkeit von Ulm in den Abendstunden (Linie 368), Verdichtung der Verkehrsanbindung nach Blaubeuren, Anbindung Hochsträß über Ringingen nach Ehingen, Wiederbelebung und Ausbau der Linie 363.

Hochsträß - AK Verkehr Beiningen

Der AK Verkehr Beiningen stellt sich vor. Der Arbeitskreis hat uns folgende Vorschläge geliefert: Kurzfristige Maßnahmen, Mittelfristige Maßnahmen, Langfristige Maßnahmen.

Seißen/Wennenden - AK Intakte Natur

Der AK Intakte Natur stellt sich vor. Der Arbeitskreis hat uns folgende Vorschläge geliefert: Blühflächen auf Feldern und in privaten Gärten, Bäume, Hecken, Bänke zur Verbesserung des Lebensraumes für Menschen und Tiere, Erhaltung und Aufwertung der unbebauten Flächen für Natur und Landwirtschaft, Neue Feldhüle zur Biotopvernetzung, Umgestaltung der Dorfhüle Wennenden und Aktivierung des Brunnens neben der Hüle.

Seißen/Wennenden - AK Ortskerne aufwerten

Der AK Ortskerne aufwerten stellt sich vor. Der Arbeitskreis hat uns folgende Vorschläge geliefert: Backhausgebäude sanieren und Versammlungsort einbauen, Baulücken- und Leerständekataster, Besserer Busverkehr für Seißen, Steigziegelhütte und Wennenden, Dorfgemeinschaftshaus bauen, Neugestaltung des Dorfplatzes an der Hüle, Neubauten Kindergarten und Feuerwache Neue Mitte, Radwegekonzept Blaubeuren - Seißen / Wennenden

Weiler - AK Dorfgemeinschaft

Der AK Dorfgemeinschaft stellt sich vor. Der Arbeitskreis hat uns folgende Vorschläge geliefert: Dorfbegegnungszentrum mit Dorfgemeinschaftshaus in Weiler, Rundweg, Weitere Vorschläge zur gestalterischen Aufwertung des Dorflebens.

Weiler - AK Dorfgemeinschaft - Backhaus

Der Arbeitskreis hat uns folgende Vorschläge geliefert: Backhaus und Waaghaus.

Weiler - AK Dorfgemeinschaft - Friedhof 

Der AK Friedhof stellt sich vor. Der Arbeitskreis hat uns folgende Vorschläge geliefert: Friedhof Weiler.