Forum im Diskussionskreis Blaubeuren

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Landwirtschaft
Antwort
18.11.14 12:42
Die Landwirtschaft ist eigentlich untrennbar mit unseren Dörfern verbunden. Der Strukturwandel in der Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten ist allerdings extrem. Wie können wir wenigstens den Erhalt einiger wenigen Betriebe auf dem Hochsträß - dafür allerdings mit einer deutlich größeren Bertriebsfläche - grundsätzlich sicherstellen. Aus jetziger Sicht ist fast zu befürchten, dass es in 10 Jahren keine Kühe mehr auf dem Hochsträß geben wird. Wie sehen die Landwirte dies, sollen weitere Flächen zur Energiererzeugung genutzt werden?, gibt es in 20 Jahren noch die Möglichkeit auf dem Hochsträß wirtschaftlich einen landwirtschaftlichen Betrieb zu führen? Energieerzeugung ist sicher ein Standbein - und aus meiner Sicht auch sinnvoll. Einen anderen Weg hat ein Landwirt in Markbronn eingeschlagen, er betreibt sehr erfolgreich eine Hofmolkerei mit Selbstvermarktung.  Gibt es Ideen für Marktnischen in der Landwirtschaft die auf dem Hochsträß wirtschaftlich sinnvoll umsetzbar wären?
  

Beitrag passend einsortiert
Antwort
18.11.14 15:39 als Antwort auf Klaus Gerster.
Vielen Dank für Ihren Diskussionsbeitrag. Ich habe diesen in die passende Kategorie einsortiert. Zum Thema Sortierung siehe auch: "Wo ist mein Thread/Beitrag hin?"


Viele Grüße
Niels Ott
Online-Moderation PolitAktiv

RE: Landwirtschaft
Antwort
21.11.14 11:54 als Antwort auf Klaus Gerster.
Bestehende aktive Landwirtschaft im Dorf gibt es ja so gut wie gar nicht mehr , die größeren Tier haltende Betriebe sind alle am Rand oder in der Dorfnähe angesiedelt. 
Das größte Problem ist der Immisionschutzradius der Bestandsbetriebe, auch bei den Aufgabebetriebe die keine Tierhaltung mehr haben.

Ein sprichwörtlich " Großes Problem " ist die Infrastruktur für die aktiven Hofstellen im Dorf.

Um wirtschaftlich zu Arbeiten und trotz Subventionen noch ein einigermaßen sinnvolles Familieneinkommen zu erwirtschaften werden diese Betriebe weiter wachsen und die Maschinen immer größer.

Es muss auch in Zukunft, in immer kürzeren Zeitfenstern, immer mehr Fläche bearbeitet werden von immer weniger Personen.

Ein gutes Beispiel :

Das Gülle ausbringen in letzter Zeit.........
Warum gerade jetzt bei dem Sauwetter und so viel????

Ganz einfach...... es gibt gesetztliche Auflagen und Beschränkungen in vieler Art.

Die Betriebe sind gezwungen zB auf Ackerland nur auf angebauten Kulturen ( aber nicht auf Weizen)  Gülle bis 30 Okt. auszubringen,
Grünland darf bis 15 Nov. befahren werden.

Aber nur auf tragfähige , nicht auf Wasser gesätigte, Schnee bedeckte oder tiefgefrohene Böden,
vor Ende Februar /Angang März kann man dann ohnehin nicht mehr fahren.

Lagerkapazitäten sind von über 6 Monate vorgeschrieben, zum Teil auch mehr.

Fazit: Irgend wann muss sie raus, die Gülle und die Lager werden immer größer.

Das Ganze wird nicht nur immer mehr zum logistigen Problem sonder auch zum Platzproblem...........

Schmale Straßen und Wege , Parkbuchten , Poller, Kreisverkehre, enge Radien , Fußgängerwege , Verschwenkungen etc....

Hier sollten die aktiven Betriebe im Dorf eine andere Zufahrt erhalten als frühe üblich und normal, die nicht gerade über die zentralen Dorfstraßen geht.
Zum Nutzen von uns allen.

Es gibt schon viele Betriebe die Selbsvermarktung betreiben oder auf Bio umgestellt haben aber das heißt nicht,
dass dann das Problem kleiner wird.
Siehe Markbronn, auch dieser Betrieb hat im Ausenbereich die Stallplätze verdoppelt.
Mit 30 Milch Kühen oder 60 Stück die man vor 20 Jahren noch als Existenz ansah, kommt man heut nicht mehr weit.

Wenn heute Investitionen getätigt werden sind 200 St die unterste Grenze
Das ist kein Größenwahn oder reine Geldgier sonder Überlebens notwendig.
Bei den Gewinnspannen am Liter Milch  von 2-4 Cent (trotz Subventionen ) ist die nächste Verdoppelung vorprogramiert.

Das halten wir so nicht auf.