Abläufe, Prozesse und Workflows in Polit@ktiv

Das Polit@ktiv-Team plant, organisiert und moderiert Beteiligungsprozesse vom Anfang bis zum Ende, vor Ort und im Netz. 

Prozesselemente von Bürgerbeteiligung

Bürgerbeteiligung wird in Polit@ktiv als Prozess aufgefasst, der aus folgenden Elementen besteht:

Information zum Lesen, Hören oder auch für andere Sinne:
Wenn die Bürger nicht informiert sind, können sie sich nicht wirklich beteiligen. Je umfangreicher und vollständiger die Information ist, umso größer ist das Vertrauen der Bürger in die Ernsthaftigkeit der Bürgerbeteiligung. Auch wenn die Bürger nur das wenigste davon zur Kenntnis nehmen können, sie aber den Eindruck gewinnen, es wird ihnen nichts vorenthalten, und dadurch Vertrauen aufbauen, lohnt es sich, viel Aufwand in die Bereitstellung von Information zu stecken.

Motivation:
Jeder, der sich beteiligt, wünscht sich einen Nutzen davon. Sind es Individualinteressen, die verfolgt werden, liegt der Nutzen auf der Hand. Findet die Beteiligung aber aus Gemeinwohlorientierung heraus statt, kann es die Freude an der sozialen Anerkennung sein, ähnlich der Freude an einem Ehrenamt. Dazu kann die Freude kommen, an einer möglichst viele Menschen zufriedenstellenden Entscheidung beteiligt gewesen zu sein oder am Erfolg bei sparsamer Mittelverwendung. Es gibt viele weitere Möglichkeiten zur Motivation.

Meinungsbildung:
Meist wird vergessen, dass jeder Mensch Zeit und Gelegenheit benötigt, sich seine Meinung zu bilden. Bürgerbeteiligung ist nicht, auf der Straße in einer Umfrage nach seiner Meinung gefragt zu werden. Auf der Straße kann bestenfalls das aktuelle Stimmungsbild erfragt werden. Jeder Mensch ist stolz darauf, wenn er eine eigene Meinung hat, die er gegen jedes Gegenargument würdig verteidigen kann. Den Abgeordneten lässt man oft viel Zeit, sich einzuarbeiten. Der Bürger benötigt diese auch. Menschen bilden sich ihre Meinung beim Reden, beim Argumentieren. Um sich eine Meinung bilden zu können, benötigt man Gelegenheit, zu reden, zu argumentieren. Da kann der Stammtisch helfen oder eine vorsichtige Äußerung im Kreis der Freunde oder eben auch Facebook.

Äußerung:
Der zentrale Kern von Bürgerbeteiligung ist die Äußerung und die Formulierung der eigenen Meinung. Sie soll frei erfolgen können - ohne Angst vor Repressalien, weder von der Verwaltung noch vom Nachbar. Alle Empfänger schätzen es, wenn eine fundierte Meinung geäußert wird.

Wahrnehmung:
Keine Äußerung nützt etwas, wenn sie nicht wahrgenommen wird. Die Baden-Württembergische Landesregierung proklamiert dazu eine „Politik des Gehört-Werdens". Eine Rückmeldung zeigt, ob man gehört wurde. Rückmeldungen sind daher ein wichtiger Bestandteil von Bürgerbeteiligung. Eine gute Rückmeldung greift die Aussage auf und ist mit eigenen Worten formuliert.

Noch deutlicher fällt die Rückmeldung aus, wenn ein Vorschlag explizit in die Entscheidung einfließt, auch wenn der Vorschlag selbst nicht „durchkommt". Es würde den Eindruck der Ernsthaftigkeit von Bürgerbeteiligung deutlich fördern, wenn Entscheidungen des Rates nach Ablauf der Bürgerbeteiligung im Anhang eine Liste enthielten, in der alle Vorschläge aufgeführt sind, die bei der Entscheidung berücksichtigt wurden, auch wenn sie inhaltlich abgelehnt wurden. Die Entscheidung soll also mit den Vorschlägen möglichst gut verbunden werden!

Umsetzungsbegleitung:
In großen Projekten sollte die Möglichkeit zur Begleitung der Umsetzung gewährt werden, dann das schafft Identität und stärkt den Wunsch nach Beteiligung. Man identifiziert sich mit seiner Heimat und seinem Projekt.

Prozesse bei Polit@ktiv

  1. Diskussionsprozess
  2. Extraktion von Aussagen aus Beiträgen der Bürger
  3. Beantwortung von Fragen, die die Bürger aufwerfen
  4. Lebenszyklus von Forderungen, Ideen oder Vorschlägen
  5. Entwicklung von Argumentationsketten
  6. Prozess der politischen Mitbestimmung der Bürger
  7. Prozess der Meinungsbildung beim Bürger als Individuum

Lebenszyklus von Vorschlägen

Die teilnehmenden Bürger äußern sich im Forum. Wenn dabei eine Idee, ein Vorschlag erstmalig genannt wird, wird er vom Moderator extrahiert und kurz zusammengefasst unter Diskussionsergebnissen dargestellt. Der Autor bekommt als Rückmeldung eine Email. Und die Idee wird an die Arbeitsgruppen weitergeleitet, die auf klassischem Weg die Bürgerbeteiligung darstellen. Nachdem die Idee dort behandelt ist, wird das Ergebnis wieder auf Politaktiv dargestellt.

Lebenszyklus von Anfragen

Wenn ein teilnehmender Bürger im Forum eine Frage aufwirft, wird diese vom Moderator ähnlich wie ein Vorschlag extrahiert und an die kommunale Verwaltung weitergeleitet. Der Bürger bekommt als Rückmeldung eine Email. Sobald die Frage beantwortet ist, wird die Antwort wieder in Polit@ktiv eingestellt und der Bürger wiederum per Email informiert.

Meinungsbildung beim Individuum

Die individuelle Meinungsbildung ist ein psychologischer Prozess, der in unserem Kopf abläuft, und  - wie alle natürlichen Prozesse - nicht logisch klar strukturiert abläuft, sondern eher einer Art fuzzy logic gehorcht. Da Polit@ktiv aber genau darauf abzielt, diesen Meinungsbildungsprozess zu fördern, wird hier das Modell des Meinungsbildungsprozesses dargestellt, das Polit@ktiv zugrunde liegt.

Portlets können nun hier hinzugefügt werden! (Dieser Schriftzug verschwindet in der mobilen Ansicht)

Aktuelles bei Polit@ktiv

Neu im Blog: Eine Stadt diskutiert über ihr Wahrzeichen: Blaubeuren und der Blautopf

17.03.17: Der Bürgerdialog in Uhingen zum Gebiet Weilenberger Hof III ist gestartet. 

 Gestalte mit! Unser Blautopf-Areal – Die zweite Beteiligungsphase startet am 25.03.17.