Methoden von Polit@ktiv

Es hat sich vielfach gezeigt, dass die bloße Bereitstellung einer Diskussionsplattform nicht ausreicht, um Online-Beteiligung quantitativ und qualitativ erfolgreich durchzuführen. Polit@ktiv nutzt nicht nur die innovativen Möglichkeiten des Internets, sondern entwickelt und verfeinert die Methoden von Online-Bürgerbeteiligung stets weiter.

Integrierte Bürgerbeteiligung: Online und Offline

Erfolgreiche Bürgerbeteiligung braucht eine breite Basis. Um möglichst viele Teilnehmer aus unterschiedlichen Bevölkerungsteilen zu erreichen und diese auch aktiv in den Beteiligungsprozess einzubinden, setzt Polit@ktiv auf ein integriertes Verfahren. Dabei haben die Bürger die Möglichkeit, sich sowohl bei Veranstaltungen vor Ort (Bürgerversammlungen, Workshops) einzubringen als auch ihre Ideen und Vorstellungen über die Online-Plattform in den Prozess einfließen zu lassen. Zentral für das integrierte Verfahren von Polit@ktiv ist, dass alle Beteiligungsformen gleichberechtigt miteinander kombiniert werden. Dies gelingt unter anderem durch eine intensive Dokumentation aller Beiträge vor Ort und die Extraktion von Aussagen.

Statt eines losen Nebeneinanders verschiedener Verfahren gelingt es mit Polit@ktiv, die Diskussion auf mehreren Kanälen synchron verlaufen zu lassen. 

Aspektorientierte Aufbereitung von Informationen

Polit@ktiv bietet im Diskussionskreis alle Informationen, die für den Prozess relevant sein könnten – direkt oder indirekt. Dazu werden nicht nur die Unterlagen der Gemeinde und der Planer dargestellt, sondern auch Informationen aus möglichst vielen weiteren erreichbaren Quellen. Dies umfasst sowohl Presseartikel als auch thematische Hintergrundinformationen oder Hinweise auf ähnliche Projekte in anderen Gemeinden. Wenn die Unterlagen sehr umfangreich sind, werden sie aspektorientiert aufbereitet, damit die Bürger die gewünschten Informationen schnell finden können. 

Aktivierende Moderation

Bei Polit@ktiv werden die Diskussionskreise von Online-Moderatoren begleitet, die den Bürgern als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Sie darauf achten, dass die vorliegenden Informationen stets aktuell sind und sorgen für eine offene Gesprächsatmosphäre (Stichwort: "Nettiquette"). 

Darüberhinaus setzt Polit@ktiv auf die Methode der aktivierenden Moderation. Dabei erhält jeder Bürger eine individuelle Rückmeldung zu seinem Beitrag. Beispielsweise wird er darauf hingewiesen, welche Aussagen extrahiert wurden, und befragt, ob dies mit seiner Intention übereinstimmt. Des Weiteren werden alle Teilnehmer eines Diskussionkreises regelmäßig auf neue Inhalte hingewiesen. Auf diese Weise gelingt es, die Motivation zu stärken, die Interaktion zu erhöhen und den teilnehmenden Bürgern glaubhaft das Gefühl des Gehört-Werdens zu vermitteln.

Dieses Vorgehen entspricht auch dem Leitbild der Integrata Stiftung, die sich zum Ziel gesetzt hat, mit Hilfe der Informationstechnologie die individuelle Meinungsbildung zu fördern. Der Diskussion kommt neben der umfassenden Information eine wichtige Rolle zu: Sie ermöglicht die Erprobung von Argumenten auf dem Weg zu einer fundierten Meinung des Einzelnen. Durch aktivierende Moderation wird der Bürger motiviert, Argumente auszutauschen und neue Ideen einzubringen.

Extraktion und kontinuierliche Dokumentation

Täglich werden die Kernaussagen aus neu eingegangenen Beiträgen der Bürger extrahiert und übersichtlich dargestellt. So ist schnell ersichtlich, welche Argumente oder Ideen bereits eingebracht wurden. Auch aus Sicht der Entscheidungsträger und der Verwaltung hilft es, den Überblick über den jeweils aktuellen Stand der Diskussion zu behalten.

Motivation schon bei der Anmeldung

Eine Auftaktveranstaltung ist ein bewährtes und wichtiges Element jedes Beteiligungsverfahrens. Polit@ktiv lädt die Bürger bereits vorab dazu ein, sich mit Hilfe eines Online-Fragebogens anzumelden und dabei die Gelegenheit zu nutzen, sich mit eigenen Erwartungen und Wünschen, Ideen oder Zielen in den Prozess einzubringen. Wichtig ist, dass diese Äußerungen später wieder aufgenommen werden. Dies stärkt die Transparenz und erhöht die Motivation auf Seiten der Bürgerschaft.

Aktivitäten in den sozialen Netzen

Polit@ktiv ist auch in den sozialen Netzen aktiv und weist hier beispielsweise auf laufende Beteiligungsprozesse oder neue Entwicklungen hin. Darüber hinaus ist es allerdings auch je nach Bedarf möglich, Ideen und Kommentare aus den sozialen Netzen regelmäßig zu beobachten und  - natürlich als solche gekennzeichnet - in den Diskussionsprozess einfließen zu lassen. 

Umfragen und wissenschaftliche Fragebögen

Ob einfache Umfragen oder aufwändige Fragebögen: mit Polit@ktiv kann gezielt auf die jeweiligen Bedürfnisse vor Ort eingegangen werden. Über einfach zu bedienende Online-Formulare besteht die Möglichkeit, schnell einen Überblick über bestehende Präferenzen in der Bevölkerung zu erhalten. Darüber hinaus unterstützt das Frage-Antwort-Schema den Meinungsbildungsprozess.

Foto: Japanese Toolbox - Inside by Lungstruck,  CC BY 2.0

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