Über den Blog

Polit@ktiv macht Bürger­beteiligung. Online und vor Ort, von der Planung ganzer Prozesse bis zur Durch­führung. Darüber schreiben wir hier. Und wir fragen Experten zu über­geordneten Themen rund um Bürger­beteiligung, Parti­zi­pation und Demo­kratie.

Partnerblogs:

Autoren

Redaktion

Sascha Blättermann
E-Mail schreiben

Letzte Gastartikel

Experten

In unregel­mäßigen Ab­ständen führen wir Inter­views mit Ex­perten. Hier finden Sie eine Aus­wahl neuerer Interv­iews:

Alle Inter­views in unserem Blog finden Sie auf der ent­sprechen­den Themen­seite.

Einträge mit dem Schlagwort über politaktiv .

Inklusion – ein Wort macht Karriere

„Ein neues Zauberwort geht um in den Kongresshallen und Vortragssälen dieser Welt“ – so eröffnete jüngst der Spiegel eine Titelgeschichte über die globalen Finanzmärkte. Beim Wirtschaftsforum in Davos sei es zu hören und bei der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds. Das Zauberwort, das Banker und Politiker so eifrig verwenden, heißt „Inklusion“.

Mit Inklusion beschäftigen wir uns auch bei PolitAktiv. Kommunen haben bei uns angefragt, ob wir einen Beitrag leisten können, dass Menschen mit Behinderung bei der Stadtplanung besser berücksichtigt werden. Sie sollen online und offline ihre Wünsche deutlich machen können, damit Barrieren aus ihrem Leben verschwinden, die sie an der vollen Entfaltung ihrer Interessen hindern. Wir wollen die Herausforderung gerne annehmen und haben uns schon bei Experten erkundigt, wie wir das am besten hinkriegen. Wichtigster Tipp: Kein Thema darf ausgelassen werden, jedes Stadtplanungsthema ist ein Inklusionsthema!

Dass allerdings auch die Finanzwelt sich neuerdings das Thema Inklusion auf die Fahnen geschrieben hat, ist uns neu. Bei näheren Hinsehen leuchtet es aber ein: Nicht nur Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Handicaps haben mit Barrieren zu kämpfen, die sie an ihrer Entfaltung hindern. Auch Arme sind sozusagen gesellschaftlich behindert. Der Kapitalismus wirft ihnen Steine in den Weg anstatt diese wegzuräumen. Die Reichen werden reicher, die Armen ärmer – das war so nicht gedacht. „Früher sorgten Banken, Fonds und Investmentgesellschaft dafür, die Ersparnisse der Bürger in technischen Fortschritt, Wachstum und neue Arbeitsplätze zu verwandeln“, konstatiert der Spiegel. „Heute organisieren sie die Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums von unten nach oben, die nicht zuletzt Angehörige der Mittelschicht trifft.“

Die Lösung? So wie Behinderte längst nicht mehr mit milden Gaben zufrieden sind, sondern echte Teilhabe fordern, geht es auch den Armen und Verarmenden nicht um Geschenke. Es geht um systematische „Enthinderung“, um den Abbau unnötiger Barrieren, also um Inklusion. Ist der Weg erst freigeräumt, können sich die allermeisten selbst auf den Weg zu Sicherheit und Wohlstand machen. Deshalb ist es ein gutes Zeichen, wenn Inklusion auch in der Finanzwelt zu einem Zauberwort geworden ist.

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!

 

Das gesamte PolitAktiv-Team wünscht Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und
einen guten Rutsch in ein erfolgreiches neues Jahr 2018!

Wir danken Ihnen für Ihr Interesse an unseren Beteiligungen, Blogbeiträgen und Interviews - und sind im kommenden Jahr wieder für Sie da: Mit neuen Interviews, spannenden Gastartikeln und kontroversen Debattenbeiträgen rund um das Thema Bürgerbeteiligung - versprochen!

Wo geht’s hin mit der Bürgerbeteiligung im Netz?

Vor 5 Jahren begannen wir, auch Facebook für Beteiligungsprozesse zu nutzen. Das nehmen wir zum Anlass für die Frage: Wo stehen wir heute – und wie geht es weiter?

Von Michael Mörike, Vorstand der Integrata Stiftung

 

Moderne kommunale Bürgerbeteiligung bedeutet heute, auf verschiedenen Ebenen und Kanälen Bürger anzusprechen und die Meinungsbildung zu einem kommunalen Thema anzuregen: War Bürgerbeteiligung früher auf die Versammlung vor Ort im Rathaus oder der Stadthalle beschränkt, wird Bürgerbeteiligung heute sowohl vor Ort als auch im Netz angeboten.

Deswegen bietet zum Beispiel die Online-Plattform Polit@ktiv viele Kommunikationskanäle. Online ist Polit@ktiv:

  • Lautsprecher in Facebook und Twitter, um Bürger einzuladen.
  • zentrale Plattform im Netz, auf der Argumente und Beiträge gesammelt, sortiert und diskutiert werden.
  • umfangreiche Onlinedokumentation des Beteiligungsprozesses: Vom Workshop vor Ort bis zum Forenbeitrag im Netz.

PolitAktiv ist aber auch offline aktiv:

  • Schriftliche Befragung der Bürger per Fragebogen oder mündlich per Interview.
  • Workshops zum persönlichen Austausch der Bürger.
  • Arbeitskreise in geschützten Räumen.
  • Broschüren zum Nachlesen der Ergebnisse.
  • Mailinglisten und Statustabellen zur Organisation und Nachverfolgung der Umsetzung von Bürgervorschlägen.

Die Frage ist: Zahlt sich die systematische Vervielfachung der Kommunikationskanäle durch die Nutzung des Internets wirklich aus? Welche Vorteile bietet das Netz? Welche Nachteile haben wir? Und wie geht es weiter?

 

Was hat das Internet bewirkt?

Bereits in den Siebzigerjahren – lange vor der Zeit des Internets – gab es die sogenannten Agenda-Prozesse: Sie waren eine erfolgreiche Methode, die Bürger zu beteiligen, auch weil es damals üblich war, die lokale Zeitung regelmäßig zu lesen. Sie war eine wichtige Informationsquelle und dadurch äußerst relevant für die Meinungsbildung.

Bei den damaligen Agenda-Prozessen gab es schon schriftliche und mündliche Befragungen und Arbeitskreise und Broschüren zum Nachlesen der Ergebnisse. Was hat der Einbezug des Internets also zusätzlich bewirkt – über die reine Anpassung an die zeitgenössische Informationstechnik hinaus?

Im Internet können:

  • Inhalte viel umfangreicher dargestellt werden: Man kann sich bis ins letzte Detail informieren – so man das möchte.
  • Argumente und Beiträge systematischer und damit deutlich besser gezeigt werden: Wichtige Kernaussagen können extrahiert und auch im umfangreichsten Beteiligungsprozess auf den Autor zurückverfolgt werden. Selbst dann, wenn bereits Maßnahmen erarbeitet werden, ist die Rückverfolgung auf den Autoren möglich.
  • Informationsplattformen die Umsetzung einer Maßnahme zeitnah dokumentieren.
  • die einzelnen Bürger sich aktiv eine Meinung bilden, in dem sie sich äußern – auch dann, wenn genau dasselbe bereits von anderen gesagt wurde.
  • Bürger sich jederzeit und überall beteiligen, auch indem mobile Geräte wie Smartphones eingesetzt werden.

 

Wie geht es in den nächsten Jahren weiter?

Der technische Fortschritt ist atemberaubend. Auch deswegen ist moderne Bürgerbeteiligung im ständigen Wandel. Sicher: Die Weiterentwicklung von Polit@ktiv läuft heute etwas langsamer als noch ganz am Anfang – aber ein Ende ist nicht abzusehen. Denn es gibt noch viele Möglichkeiten, die Technik im Internet für Bürgerbeteiligung immer besser zu nutzen.

Innerhalb der nächsten zwei Jahre sollten wir:

  • Bürgerbeteiligung unterhalb der kommunalen Ebene als selbstverständlich ansehen, also auf Ebene von Anwohnern einer Straße oder einer öffentlichen Einrichtung. Digitale Nachbarschaftsnetze sind hier ein erster Schritt.
  • Bürgerbeteiligung auf höherer Ebene als selbstverständlich ansehen: Nicht nur auf kommunaler Ebene, sondern landes-, bundes- oder sogar europaweit. Anlässe hierfür könnten zum Beispiel die jeweiligen Gesetzgebungen sein.
  • Mit Hilfe computerlinguistischer Methoden automatisch Kernaussagen aus den vielen Bürgerstimmen extrahieren: Dies verhindert einen Zusammenbruch der Beteiligung durch mögliche Unübersichtlichkeiten, wenn sehr viele Teilnehmer bei einer Bürgerbeteiligung mitmachen.
  • automatisch Argumente aus den sozialen Netzen übernehmen und auf Online-Plattformen wie Polit@ktiv darstellen, damit sie nicht verloren gehen.
  • Nachrichten und Unterlagen aus dem Netz automatisch überprüfen auf ihren Wahrheitsgehalt, durch Kombination von Big Data und KI.

Innerhalb der nächsten zehn Jahre sollten wir:

  • gezielte automatische Einladungen an Interessenten am jeweiligen Thema über die sozialen Netze, Social Bots oder per nutzerorientierter Werbung versenden.
  • gezielte Fragen an diesen Personenkreis stellen und nachverfolgen, ob diese beantwortet wurden.
  • einen automatisierten Dialog mit diesem Benutzerkreis führen.

Und über die nächsten zehn Jahre hinaus?

  • Soziale Simulationen werden üblich. Mit Hilfe von Big Data und der Spieltheorie werden Szenarien durchgespielt. Sie werden automatisch durchgerechnet und grafisch dargestellt.
  • Animierte, virtuelle 3D-Darstellung von Vorschlägen der Bürger in der Stadtplanung.

Aber wohin geht die Reise wirklich? Langfristig kann man sich noch viele weitere technische Möglichkeiten zur Unterstützung von Bürgerbeteiligungsprozessen vorstellen. Die Zeit wird es zeigen.

Weiterführende Links:

Kontakt zum Autor aufnehmen

In eigener Sache: Polit@ktiv, HIT, Integrata Stiftung: Wer ist und macht hier was?

Immer wieder wird uns die Frage gestellt, wie Polit@ktiv, HIT und Integrata Stiftung eigentlich miteinander in Verbindung stehen. Was ist das eine? Was macht das andere? Und wer steckt eigentlich dahinter? Um hoffentlich endgültig Klarheit zu schaffen oder zumindest weiter Licht ins vermeintliche Dunkel zu bringen, haben wir mal eine kleine Übersicht zusammengestellt. Lesen Sie hier weiter!

Wie Zeitung von gestern wieder wertvoll wird

Wenn Bürger an einem kommunalen Projekt beteiligt werden sollen, dann gibt es vorher immer schon reichlich Artikel in der lokalen Presse über das jeweilige Thema: Klar - es ist ihre Aufgaben und in ihrem Interesse zu berichten.

Bei der Bürgerversammlung, die die Bürgerbeteiligung einleitet, informiert die Verwaltung aus ihrer Sicht - wie könnte es anders sein? Die Presseartikel, die schon vorher erschienen sind, berichten dagegen aus unabhängiger Haltung - oder sollten dies jedenfalls - oft auch kritisch.

Es ist daher gut, wenn die Bürger während der Beteiligungsphase nicht nur die Informationen der Stadt, sondern möglichst alle auch aus der Presse verfügbaren Informationen vorliegen haben, um sich ihre eigene Meinung bilden und diese dann auch einbringen zu können.

Nun wird sich kaum ein Bürger die Mühe machen und frühere, oft lange Zeit zurückliegende Artikel zusammenzusuchen, auch wenn dies heute mit dem Internet weniger Arbeit ist, als wenn man sie auf dem Speicher in alten Zeitungen suchen muss.

Es ist also hilfreich, wenn dies eine neutrale Stelle übernimmt. Die Verwaltung hat daran eventuell kein Interesse. Die lokale Presse selbst? Auch sie wird die Artikel der Konkurrenz nicht zusammentragen wollen. Dies ist vielmehr eine ureigene Aufgabe einer Beteiligungsplattform wie PolitAktiv. Es ist daher ein Dienst für die Bürger, wenn PolitAktiv schon vor der ersten Bürgerversammlung für eine Bürgerbeteiligung alle zum Thema gehörigen Presseartikel zusammenträgt, einschließlich Radiosendungen und Videos.

— 5 Elemente pro Seite
Zeige 1 - 5 von 9 Ergebnissen.

Über den Blog

Polit@ktiv macht Bürger­beteiligung. Online und vor Ort, von der Planung ganzer Prozesse bis zur Durch­führung. Darüber schreiben wir hier. Und wir fragen Experten zu über­geordneten Themen rund um Bürger­beteiligung, Parti­zi­pation und Demo­kratie.

Partnerblogs:

Schwerpunkte

Hier finden Sie Beiträge geordnet nach unseren Themen­schwer­punkten:

Portlets können nun hier hinzugefügt werden! (Dieser Schriftzug verschwindet in der mobilen Ansicht)

Aktuelles bei Polit@ktiv

08. August 2018: Wir wachsen und suchen studentische Mitarbeiter. Auf unserer Teamseite gibt es die aktuelle Stellenausschreibung.

07. August 2018: Wir stehen jetzt auch regelmäßig vor der Kamera - beispielsweise beim Bürgerdialog zu den Metzinger Bädern. Schauen Sie doch mal rein und lernen Sie unsere Mitarbeiter im Video kennen.

03. Juli 2018: Das Berlin-Institut für Partizipation hat ein Interview mit dem Vorstand der Tübinger Integrata-Stiftung, in dem dieser Polit@ktiv vorstellt. Den Beitrag finden Sie in unserer Presseschau.

11. Juni 2018: Vor dem DEMO-Kommunalkongress veröffentlicht das Kommunalfachblatt DEMO einen Fachartikel von Michael Mörike über die Bürgerbeteiligung der Zukunft. Den Beitrag finden Sie in unserer aktualisierten Presseschau.

04. Juni 2018: Wie können Beteiligungsprozesse noch mehr Bürger erreichen? Ideen im Blog-Gastbeitrag von Julian Merkel.

30. Mai 2018: Tipp: Besuchen Sie uns beim 13. Demo-Kom­munal­kon­gress am 22. Juni 2018 in Berlin und diskutieren Sie mit uns auf dem Podium.

28. Mai 2018: Die Entscheidung in Metzingen ist gefallen - und wir haben den gesamten Prozess in Bild und Ton dokumentiert.

06.05.18, Neu im Blog: Wir gehen gemeinsam mit Experten und Beteiligten der Frage nach, wie Bürgerbeteiliung 2030 aussehen wird.