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"2254": Diskussion um die letzte demokratische Telefontalkshow

Formate, in denen Hörer im Radio frei ihre Meinung sagen können, gibt es nur noch wenige und sie werden alle mitten in der Nacht ausgestrahlt: Da ist die Late Line von sieben öffentlich rechtlichen Popwellen, die es gerade jungen Menschen ermöglicht, frei zu einem bestimmten Thema zu diskutieren. Da ist Domian im WDR und im Radiosender 1live, der Menschen nach enger Vorauswahl durch eine Redaktion ein Forum gibt und vor allem Ansprechpartner für Probleme ist. Und da ist 2254, eine tägliche Sendung im Deutschlandradio Kultur, zu der Menschen gerade zu politischen und gesellschaftlichen Themen ihren Standpunkt über die Frequenzen mitteilen können.

Doch die Sendung 2254 wird bald der Vergangenheit angehören, weil das Nachtprogramm des öffentlich-rechtlichen Kulturradios umgebaut wird. Die Call-In-Show wird ersetzt durch ein muskalisch geprägt Nachtprogramm, in dem die Hörer wortwörtlich nichts mehr zu sagen haben. Der Intendant will seinem Sender so neue Hörer verschaffen, das Profil als nationales Kulturradio schärfen - und hat damit eine große Diskussion in Blogs, auf Facebook und auf Twitter ausgelöst, meist mit allzu schrillen Tönen: Die demokratischste Sendung im Netz werde einfach abgeschafft, heisst es da unter den Fans der Sendung. Der Bürger dürfe nicht mehr öffentlich seine Meinung sagen. Die Demokratie werde abgewürgt.

Nun will der Kultursender des Deutschlandfunks freilich nicht die Demokratie abschaffen - es ist aber durchaus bemerkenswert, dass um eine Sendung, die von einer kleinen Radiocommunity gehört wurde, nun solch ein Streit ertönt - sogar in der Sendung 2254 selbst, waren doch die Hörer der Sendung und die Beteiligten über die Jahre immer weniger geworden und die aktiven Teilnehmer am Ende eine eigene kleine Community, die sich kannte, aber nie gesehen hat. Dennoch: Auch wenn die Beteiligung an diesem politisch-gesellschaftlichen Format recht gering war, scheint dieses Format auch für die Hörer einen immensen Wert zu haben, die sich gar nicht beteiligt haben und nun den Untergang der Bürgerbeteiligung heraufbeschwören. Die Diskussion zeigt, dass Formate, in denen sich Bürger beteiligen können und in denen sie sich frei fühlen können, durchaus aktiv beachtet werden und als ein Wert an sich betrachtet werden. Gerade in Zeiten, in denen man über die sozialen Medien eine nie dagewesene Freiheit hat, sich untereinander auszutauschen, scheint es also weiterhin eine Sehnsucht nach Formaten zu geben, in denen man im Rahmen einer redaktionellen Betreuung diskutieren kann - weitab der Diskussionskultur, wie sie in manchen Foren und Diskussionen im Internet herrscht.

Das sieht auch der Deutschlandfunk so - und verweist auf eine andere Sendung, die zwar nicht täglich läuft, bei der man sich aber immerhin einmal die Woche aktiv beteiligen kann. Die Anhänger der Nachtsendung 2254 sehen das auch, verweisen aber darauf, dass die aktive Beteiligung darauf hinausläuft, dass man einem Experten aktiv eine Frage stellen kann. Das wiederum ist aber nicht Aufgabe einer Diskussionssendung, wie es 2254 war. Und so wird die Diskussion um die Nachtsendung noch mindestens eine Woche weitergehen - bis am 20. Juni die Community ihren wohl letzten Anruf starten wird.

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Aktuelles bei Polit@ktiv

16.05.2019: Nachdem die "Gmuender Charta der Gemeinsamkeiten" am 08.05.19 zur Vorbereitung in den Verwaltungsausschuss des Gemeinderats gegangen und am 16.05.19 vom Gemeinderat verabschiedet worden ist, soll die kommunale Charta schließlich pünktlich zum 70-jährigen Jubiläum des Grundgesetzes im Rahmen eines feierlichen Festaktes präsentiert werden. Einen Überblick über das Beteiligungsprojekt finden Sie unter

www.gmuendercharta.de

 


02.05.2019: Der Gemeinderatsbeschluss zum Raumprogramm des Kombibads hat die Ergebnisse der zweiten Planungswerkstatt mit großer Mehrheit bestätigt, somit hat er eine Bad-Variante beschlossen, die bereits in der zweiten Planungswerkstatt Ende März von engagierten Bürgern favorisiert und abgesegnet worden war. Näheres dazu finden Sie unter

www.metzingerbaeder.de


11.02.19, Aus über 1.000 Einzelideen wird die "Planungsidee Ganzjahresbad" in Metzingen. Ein erster Bericht von der Planungswerkstatt und ein Überblick über das Beteiligungsprojekt unter www.metzingerbaeder.de

25. Januar 2019, Die Anmeldung für das Expertenforum Bürgerbeteiligung am 09. April 2019 sind nun möglich! Weitere Informationen zur Veranstaltung sowie das Anmeldeformular finden Sie auf der Veranstaltungshomepage


06.12.18, Pünktlich zum Nikolaus sammeln das PA-Team Beiträge zur Charta der Gemeinsamkeiten auf dem Schwäbisch Gmünder Weihnachtsmarkt ein. 

03.10.18, Bürgerdialog in Schwäbisch Gmünd zur Charta der Gemeinsamkeiten gestartet

08. August 2018: Wir wachsen und suchen studentische Mitarbeiter. Auf unserer Teamseite gibt es die aktuelle Stellenausschreibung.

07. August 2018: Wir stehen jetzt auch regelmäßig vor der Kamera - beispielsweise beim Bürgerdialog zu den Metzinger Bädern. Schauen Sie doch mal rein und lernen Sie unsere Mitarbeiter im Video kennen.

03. Juli 2018: Das Berlin-Institut für Partizipation hat ein Interview mit dem Vorstand der Tübinger Integrata-Stiftung, in dem dieser Polit@ktiv vorstellt. Den Beitrag finden Sie in unserer Presseschau.

11. Juni 2018: Vor dem DEMO-Kommunalkongress veröffentlicht das Kommunalfachblatt DEMO einen Fachartikel von Michael Mörike über die Bürgerbeteiligung der Zukunft. Den Beitrag finden Sie in unserer aktualisierten Presseschau.

04. Juni 2018: Wie können Beteiligungsprozesse noch mehr Bürger erreichen? Ideen im Blog-Gastbeitrag von Julian Merkel.